Anzeige

Wütende Proteste gegen Abfalldeponie

In den Strassen Neapels türmt sich noch immer der Müll.
Montag, 7. Januar 2008
Rom - Für rote Köpfe sorgt in Neapel die Wiedereröffnung einer Abfalldeponie. Die Polizei ging mit Gewalt gegen die seit Tagen andauernden Proteste vor.
Die mit Knüppeln bewaffneten Polizisten räumten eine Strassenblockade im Vorort Pianura. Die Demonstranten warfen daraufhin mit Steinen nach den Polizisten.

Mit der Sperre wollten sie den Kehrichtwagen die Zufahrt zur Deponie verwehren.

Bei der Räumung einer zweiten Strassensperre drängten die Sicherheitskräfte dutzende Demonstranten zurück.

Laut den Protestierenden gefährdet die Deponie, die seit 1996 gesperrt war, die öffentliche Gesundheit. Die Deponie befindet sich unweit eines Naturschutzgebiets.

Weihnachtsferien verlängern

Soldaten begannen damit, den stinkenden Abfall vor Schulen in der Region Kampanien abzutransportieren. Damit soll die drohende Schliessung zahlreicher Schulen verhindert werden.

Die Direktoren hatten zuvor angekündigt, die Weihnachtsferien für die Schüler aus hygienischen Gründen verlängern zu wollen.

Die Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi hatte jedoch die Eröffnung der Schulen angeordnet.

Die Situation werde für die Kinder nicht besser, wenn die Schulen geschlossen blieben, sagte er. Viele Eltern in Neapel beschlossen jedoch, ihre Kinder doch nicht in die Schule zu schicken.

Prodi hat die Abfallkrise zum nationalen Notfall erklärt und davor gewarnt, dass Italiens Ruf darunter leiden könnte.

rr/sda