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Aufgebrachte Bürger verbrennen Abfallberge

In Neapel gibt es viel zu wenige Müllverbrennungs-Anlagen. (Archivbild)
Samstag, 29. Dezember 2007
Rom - In Neapel haben aufgebrachte Bürger riesige Abfallberge in Brand gesetzt. Die Feuerwehr musste 45 Mal ausrücken. Der Unrat türmt sich seit Tagen meterhoch auf den Strassen.
Nach Angaben italienischer Medien lagen Tonnen von Abfall auf den Strassen. Die Lage ist vor allem in den Gemeinden unweit des Vesuvs schwierig. Grund des Debakels: Es gibt nicht genügend Müllverbrennungs-Anlagen in der Region.

«So kann man einfach nicht mehr weiterleben. Wir sind im Kriegszustand», empörte sich ein Bürgermeister im Raum von Neapel.

Qualm und beissender Rauch lag über den betroffenen Gemeinden. Bereits im Frühjahr hatte es einen ähnlichen Ausnahmezustand in der Region gegeben, der Wochen lang dauerte.

Der Raum Neapel, in dem zwei Millionen Menschen leben, leidet seit Jahren unter Problemen bei der Abfallentsorgung. Das hat inzwischen die Mafia genützt, um illegale Deponien zu errichten.

Italien produziert nach Angaben von Umweltschützern mit 1,3 Kilogramm pro Kopf und Tag mehr Abfall als der EU-Durchschnitt. Auch das Recycling wird deutlich weniger gefördert als in anderen europäischen Ländern.

rr/sda