Um das Krisenmanagement zu verbessern, sollen künftig bei drohendem Hochwasser institutionalisierte Konferenzgespräche zwischen dem BAFU und den betroffenen Kantonen stattfinden, wie das Bundesamt mitteilte. Solche Gespräche seien bisher ad hoc erfolgt.
So sei künftig die Erreichbarkeit der Experten sichergestellt und damit eine sofortige Lagebeurteilung möglich, sagte Hans Peter Willi, Leiter der Abteilung Gefahrenprävention beim BAFU, auf Anfrage. Jeder der betroffenen Kantone wie auch das BAFU können eine solche Konferenz einberufen.
Hochwasserregulierung analysieren
Die Hochwasserregulierung während der vergangenen Woche beim Wehr Port am Ausfluss des Bielersees soll unter der Federführung des BAFU vertieft analysiert werden. Darauf aufbauend wollen das BAFU und die Kantone betriebliche Verbesserungen des ganzen Regulierungssystems prüfen.
Priorität erhält auch der im Mai vom Bundesrat erteilte Auftrag zur Verbesserung der Alarmierung bei Naturgefahren. Insbesondere sollen die Erstellung der Gefahrenkarten vorangetrieben werden.
Schliesslich müsse auch eine bessere Notfallplanung für Seeanstösser her, schreibt das BAFU weiter.
Abflussmenge der Aare
Diskutiert wurde zudem die so genannte «Murgenthaler Bedingung»: Diese besagt, dass der Ausfluss der Aare im Bielersee nach Möglichkeit gezielt gedrosselt werden muss, wenn die Abflussmenge der Aare bei Murgenthal AG 850 Kubikmeter pro Sekunde zu übersteigen droht.
Der Aargau hatte dem Kanton Bern vorgeworfen, zuviel Wasser in die Aare geleitet zu haben. Diesen Vorwurf entkräftete das BAFU daraufhin: Bern habe sich ans Reglement gehalten.
