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Bund und Kantone: Neue Bielerseeregulierung

Die zuständige Stelle beim Kanton Bern wird den Ausfluss aus dem Bielersee beim Wehr Port bei Biel dann erhöhen.
Donnerstag, 12. März 2009
Brügg bei Biel - Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und sechs Kantone haben sich auf ein neues Vorgehen bei drohendem Hochwasser im Aareraum geeinigt. Zum Schutz der Gebiete unterhalb des Bielersees erhöht künftig Bern vorsorglich dessen Ausfluss.
Die zuständige Stelle beim Kanton Bern wird den Ausfluss aus dem Bielersee beim Wehr Port bei Biel dann erhöhen, wenn das BAFU aufgrund von Fünftagesniederschlagsprognosen einen starken Anstieg der Bielersee-Zuflüsse voraussagt. Ist das der Fall, tritt die neue, so genannte Prognoseregulierung in Kraft.

Mit dem vorsorglichen Ableiten von Bielerseewasser wird zusätzliches Speichervolumen geschaffen, so dass die drei durch Kanäle miteinander verbundene Jurarandseen noch besser als heute ein Rückhaltebecken bilden.

Die Prognoseregulierung ergänzt das bestehende Regulierungsreglement von 1980/82, wie das BAFU und der Kanton Bern auf dem Wehr Port in Brügg bei Biel bekanntgaben. Bis jetzt verhinderte dieses Reglement die vorsorgliche Absenkung des Bielerseespiegels.

Analyse des Hochwassers von 2007

Falls sich im Einzugsgebiet der Emme ein Hochwasser abzeichnet, wird der Ausfluss aus dem Bielersee wie bisher gedrosselt. In ausserordentlichen Lagen entscheiden Bund und betroffene Kantone in einer Telefonkonferenz gemeinsam über das jeweilige Vorgehen.

Laut Wolfgang Ruf vom BAFU wären die neuen Bestimmungen in den letzten 25 Jahren 24-mal zur Anwendung gelangt, hätte es sie schon gegeben.

Das neue Vorgehen geht auf eine Analyse des Hochwassers von 2007 zurück und ist vom BAFU zusammen mit den Kantonen Bern, Freiburg, Neuenburg, Waadt, Solothurn und Aargau erarbeitet worden.

smw/sda