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Tropensturm «Larry» erreicht Australien

Der Zyklon «Larry» trifft auf die Küste des Bundesstaates Queensland.
Der Ministerpräsident des Bundesstaates rief zur Flucht auf und ordnete Zwangsevakuierungen an.
Montag, 20. März 2006
Brisbane - Mit Sturmgeschwindigkeiten von bis zu 280 Stundenkilometern hat der Zyklon «Larry» am Montagmorgen (Ortszeit) die australische Ostküste erreicht.
Der Sturm wurde in die zweithöchste Kategorie 4 eingestuft. Begleitet von Orkanböen und heftigem Regenfall traf der bedrohliche Wirbelsturm südlich der Stadt Cairns auf die australische Küste. In dem Touristenort Mission Beach wurden Bäume entwurzelt und Stromleitungen gerissen, wie der australische Fernsehsender ABC berichtete.

Einwohner suchten in Schulen und Hotels Schutz vor der Wucht des Sturms. Die Behörden hatten Bewohner von tief gelegenen Siedlungen im Norden des Bundesstaates Queensland zuvor aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

Verleich mit Katrina

Die Behörden verglichen die Stärke des Zyklons mit der des Hurrikans «Katrina», der im August des vergangenen Jahres die Küste des US- Bundesstaates Louisiana und vor allem die Grossstadt New Orleans verwüstet hatte. Zyklone sind ebenso wie Hurrikans tropische Wirbelstürme, die ihre zerstörerische Kraft über dem Meer gewinnen.

Der Direktor des Rettungsdienstes CDRS, Frank Pagano, sagte im australischen Sender ABC Radio: «Das ist der schlimmste Zyklon, der seit Jahrzehnten die Küste von Queensland bedroht hat.» Es müsse mit Zerstörungen gerechnet werden.

Der Ministerpräsident des Bundesstaates, Peter Beattie, rief aufgrund des nahenden Sturms der Kategorie vier oder fünf die Bevölkerung zur Flucht auf und ordnete Zwangsevakuierungen an.

Die 80 Kilometer lange Sturmfront sollte nach Einschätzung der Meteorologen am Montagmorgen Ortszeit mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 280 Kilometern pro Stunde zwischen Innisfail und Mission Beach auf Land treffen. Die Behörden warnten vor bis zu zwei Meter hohen Flutwellen.

Warnung ist ernst gemeint

«Ich möchte, dass die Menschen verstehen, dass unsere Warnung sehr ernst gemeint ist», sagte Beattie dem Radiosender ABC. «Der Meteorologische Dienst sagt, dass wir einen solchen Sturm seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt haben.»

Laut Nachrichtenagentur AAP wurden mehrere Touristenorte geräumt. Alle Flüge nach Cairns wurden eingestellt. Im Inland richteten die Behörden Notlager ein. Vor den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen, in den Supermärkten deckten sich die Menschen mit Vorräten ein.

Behörden erwarten grosse Zerstörungen

Die Behörden stellten sich auf grosse Zerstörungen ein. Ein Sturm der Kategorie vier war zuletzt an Weihnachten 1974 über die australische Stadt Darwin an der Nordküste hinweggefegt. Dabei kamen 49 Menschen ums Leben; 16 weitere starben auf See. Etwa 70 Prozent der Häuser in Darwin wurden damals zerstört oder schwer beschädigt.

ht/sda