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Signal nach Bali

Ban Ki Moon: «Wir müssen jetzt handeln.»
Dienstag, 25. September 2007
New York - Bilder können bekanntlich oft weit mehr sagen als Worte. Zu Beginn der Klimaschutzkonferenz in New York zeigte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon den Vertretern von etwa 150 Staaten - darunter mehr als 80 Staats- und Regierungschefs - einen Kurzfilm.
Zur Einstimmung auf zehnstündige Beratungen führte er den Delegierten in knapp acht Minuten noch einmal vor Augen, worum es eigentlich geht: Wüstenbildung, Wirbelstürme, Überschwemmungen, schmelzende Gletscher.

Der Film hat den Titel «Der Weg vorwärts - dem Klimawandel entgegentreten».

Das Fazit lautete: Es gibt keine Zeit zu verlieren. «Wir müssen zusammen handeln, und wir müssen jetzt handeln», heisst es in dem Film. Das sollte bis zum Schluss die Hauptbotschaft der Konferenz bleiben.

Keine Ergebnisse

Dass das Treffen in der UN-Zentrale am East River keine konkreten Ergebnisse bringen würde, war schon vorher klar.

Das wichtigste Resultat war, dass die Konferenz überhaupt stattfand - an diesem Ort und in diesem Format.

Noch nie zuvor hatten sich so viele Staats- und Regierungschefs getroffen, um über den Klimawandel zu beraten.

«Historisches Ereignis»

Alleine das veranlasste Gastgeber Ban dazu, auf der Abschluss-Pressekonferenz von einem «bahnbrechenden, historischen Ereignis» zu sprechen.

Die Anwesenheit der zahlreichen Staats- und Regierungschefs habe gezeigt, dass der Kampf gegen den Klimawandel auf der höchsten politischen Ebene angesiedelt werden müsse.

«Sie haben ein klares Signal an die Menschen in aller Welt gesendet, dass der Klimawandel die Aufmerksamkeit erhält, die er verdient.»

Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll

Bundeskanzlerin Angela Merkel verstand die Botschaft der Konferenz ähnlich: Die hochrangige Besetzung des Treffens sei ein «grosser Erfolg» auf dem Weg zu einem Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll, das in fünf Jahren ausläuft.

Die Konferenz sei auch «ein ganz wichtiges Signal» an die Umweltminister, die sich im Dezember auf Bali treffen, um einen Fahrplan für die Erarbeitung der Vereinbarung festzulegen.

Bush - der grosse Abwesende

Ganz ungetrübt blieb die Freude über den Verlauf der Konferenz allerdings nicht. Ausgerechnet der Staatschef des Landes mit dem höchsten CO2-Ausstoss blieb dem Treffen fern.

US-Präsident George W. Bush reiste zwar am Montag von Washington nach New York, liess sich bei der Konferenz aber von Aussenministerin Condoleezza Rice vertreten.

Bush widmete sich zunächst dem Nahost-Konflikt und führte Gespräche mit der palästinensischen Führung. Erst am Abend traf er sich mit Teilnehmern der Klimakonferenz. Bei einem Abendessen auf Einladung Bans nahm er neben Merkel Platz.

Konkurrenz für die UN

In der zweiten Wochenhälfte veranstaltet Bush eine weitere Klimakonferenz in Washington. Dazu sind Vertreter der 16 Staaten mit dem höchsten CO2-Ausstoss und die EU eingeladen. Kritiker sehen in dieser Initiative den Versuch, der UN bei ihren Bemühungen Konkurrenz zu machen.

Merkel trat diesen Befürchtungen entgegen, indem sie die US-Initiative als Bekenntnis zum UN-Prozess wertete. «Ich halte davon sehr viel, weil damit ganz klar wird: Die Amerikaner sind zurück im Klimaprozess», sagte sie am Montag.

Gleichzeitig verwies die Kanzlerin darauf, dass sich US-Aussenministerin Condoleezza Rice in New York damit einverstanden erklärt habe, dass das geplante internationale Klimaabkommen unter dem Dach der Vereinten Nationen abgeschlossen wird. «Gemessen an dem, wo wir vor einiger Zeit standen, ist das ein Riesenfortschritt.»

Bush wird Anstrengungen unterstützen

Bei dem Abendessen soll Bush jedenfalls klargestellt haben, dass er auf dem Weg zu einem neuen internationalen Klimaabkommen nicht die Rolle eines Quertreibers einnehmen will.

Ban sagte zu den Ausführungen des US-Präsidenten: «Er hat deutlich gemacht, das er die Anstrengungen der Vereinten Nationen unterstützen wird.»

rr/AP