Nord- und Südpol betroffen
Erst zu Beginn des Monats haben Forscher vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung für den Nordpol Alarm geschlagen: Erstmals könne man in diesem Jahr von einem richtigen «Arktis-Ozonloch» sprechen. Auch am Nordpol bildeten sich aufgrund von extrem kalten Temperaturen von unter Minus 80 Grad sogenannte polare Stratosphärenwolken aus gefrorener Salpetersäure. Diese sind nötig, damit Ozonkiller wie FCKW ihr Potenzial entfalten.
Am Südpol ist das Ozonloch aufgrund der tieferen Temperaturen stets grösser als jenes im Norden. Auch dieses Jahr bildet keine Ausnahme, bestätigen die jüngsten Satellitenmessungen. Besonders die tiefen Temperaturen, jedoch auch hohe Polarwinde haben dazu beigetragen, dass die ozonarme Schicht heuer besonders gross angewachsen ist. Letztere verhindern, dass sich ozonreiche Luft von ausserhalb der polaren Zirkulation mit der ozonarmen Luft über dem Pol vermischt.
Altlast der Stratosphäre
Ozon besitzt in Bodennähe giftige Wirkung, schützt in der Stratosphäre die Erde jedoch vor UV-Einstrahlung der Sonne, indem er diese zurück ins Weltall reflektiert. Sein grösster Feind sind bestimmte Chemikalien, allen voran die Fluorchlorkohlenwasserstoffe FCKW. Zwar wurden deren Einsatz mittlerweile international verboten, doch befinden sie sich noch immer in der Stratosphäre und werden dort erst langsam abgebaut
