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Müllkrise in Neapel verschärft sich

Die hohen Temperaturen lassen den Müll noch übler stinken.
Samstag, 17. Mai 2008
Neapel - Trotz monatelanger Notstandsmassnahmen verschärft sich die Abfallkrise in der süditalienischen Metropole Neapel und der Region Kampanien wieder.
In der Nacht zum Samstag musste die überforderte neapolitanische Feuerwehr mehr als 100 brennende Müllberge löschen, die von erbosten Bürgern angesteckt worden waren.

Die Feuerwehren sind äusserst belastet und können angesichts der steigenden Zahl von Brandstiftungen nicht jedes Feuer löschen.

Im Stadtrandviertel Barra flogen - in Anwesenheit eines TV-Teams - Steine gegen die Feuerwehr.

«Sie attackieren auch uns wegen der Müllberge in den Strassen», sagte ein Feuerwehrmann, «das war nicht das erste Mal, dass sie versucht haben, uns anzugreifen, und ich befürchte, dass es auch nicht das letzte Mal gewesen sein dürfte.»

Berlusconi will Problem angehen

Die steigenden Temperaturen machen das Problem der stinkenden Müllberge nur übler. In den Strassen der Millionenstadt türmen sich bis zu 5000 Tonnen Müll. In der schlimmsten Zeit der Müllkrise im Januar waren es etwa 7000 Tonnen.

In Neapel richten sich Bürgerproteste auch gegen den Plan der Kommune, eine weitere Mülldeponie am Stadtrand einzurichten.

Der neue italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi will die Abfallkrise zu einer Priorität seiner Politik machen und das Problem am kommenden Mittwoch mit seinem Kabinett in Neapel beraten.

rr/sda