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Behörden befürchten Hitzewelle in Neapel

Die Situation ist schlimmer als vor einem Jahr.
Freitag, 23. Mai 2008
Rom - Eine Hitzewelle mit Temperaturen um 35 Grad könnte der von der Abfallkrise in Neapel geplagten Bevölkerung das Leben noch schwieriger machen. Davor warnte der mit der Bewältigung des Müllchaos beauftragte Unterstaatssekretär, Guido Bertolaso.
«Die Wetterprognosen sprechen von Temperaturen bis zu 35 Grad im Schatten, was die Lage der Bürger noch mehr erschweren könnte», sagte Bertolaso am Freitag. Er stellte zudem eine Liste der Ortschaften in der süditalienischen Region Kampanien vor, in denen die neuen Abfallhalden entstehen sollen.

«Wir dürfen keine Zeit verlieren, die Situation ist kritisch, viel schlimmer als vor einem Jahr. Ich bin sehr besorgt. Wir müssen alle Konflikte beiseitelegen und für die Lösung dieses Notstands arbeiten», sagte Bertolaso.

Der neue italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte am Mittwoch angekündigt, er wolle das Militär zum Schutz der Deponien einsetzen. Die neue Regierung beschloss auch, vier Verbrennungsanlagen zu errichten.

Abfall nach Deutschland

In Hamburg kam erstmals ein Zug mit Müll aus Neapel und der Region Kampanien an. Wie ein Sprecher der Stadt mitteilte, soll er in einer Müllverwertungsanlage verbrannt werden. Bis Anfang August erwartet die Stadtreinigung insgesamt 30'000 Tonnen Müll.

Im Rahmen einer bundesweiten Hilfsaktion sollen insgesamt 160'000 Tonnen italienischen Hausmülls in deutschen Müllverbrennungsanlagen verschiedener Bundesländer beseitigt werden.

fest/sda