Die Europäische Union liess dem Vernehmen nach ihre Kernforderung fallen. Die EU habe auf Druck der USA zugestimmt, dass in der Abschlusserklärung nicht mehr als Ziel eine Senkung der Treibhausgase um 25 bis 40 Prozent genannt werden müsse, sagte ein Delegierter.
Stattdessen werde ein Verweis auf den diesjährigen Weltklimabericht aufgenommen, in dem dieselbe Zielspanne genannt sei, hiess es.
Einem indonesischen Kompromissvorschlag zufolge sollte dagegen vereinbart werden, innert 10 bis 15 Jahren für einen Rückgang des weltweiten Kohlendioxidausstosses zu sorgen und die Emissionen bis zur Mitte des Jahrhunderts um mehr als die Hälfte unter die Menge des Jahres 2000 zu senken.
Leuenberger optimistisch
Optimistisch zeigte man sich auch auf Schweizer Seite. «Das Ziel der Konferenz sollte erreicht werden», erklärte Umweltminister Moritz Leuenberger. Alle Staaten hätten den Willen, sich an einem internationalen Prozess zu beteiligen.
Zahlreiche Vorschläge der Schweizer Delegation hätten zum Fortschritt der Verhandlungen beigetragen, schrieb Leuenbergers Departement. Diskutiert werde derzeit ein Schweizer Finanzierungsmodell, um die Kosten zu bezahlen, die durch die Anpassung an den Klimawandel weltweit entstehen.
In allen Ländern soll demnach ein «bescheidener Betrag» auf jede Tonne CO2 erhoben werden. Die Idee war von Leuenberger vor einem Jahr in Nairobi präsentiert worden.
