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Milliardeninvestitionen für Hochwasserschutz

Trotz aller Vorsichtsmassnahmen: Die Natur bleibt unberechenbar.
Sonntag, 12. August 2007
Bern - Nur mit «massiven Investitionen» kann auch in Zukunft ein gleichbleibender Hochwasserschutz gewährt werden, sagt Andreas Götz, Vizedirektor des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). Bund, Kantone und Gemeinden müssten dafür in den kommenden Jahrzehnten Milliarden von Franken investieren.
Die jüngsten Unwetter hätten gezeigt, dass das Wasserregulierungssystem im Mittelland Kapazitätsgrenzen habe, sagte Götz in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Es sei dies ein Szenario, an das bisher niemand zu denken gewagt habe.

Die Lehre aus den Überschwemmungen der letzten Tage sei, dass man drastische Szenarien durchdenken müsse, um sich richtig vorzubereiten. Der Standsicherheit der Kanäle und Dämme bei extremen Belastungen müsse ein grosses Augenmerk geschenkt werden.

Bern verteidigt

Würde etwa das Wehr in Port BE, wo die Aare aus dem Bielersee in Richtung Mittelland fliesst, beschädigt, hätte dies laut Götz verheerende Auswirkungen. In Port werden die Wassermassen reguliert, die aus dem Berner Oberland mit der Aare kommen.

Götz verteidigte gegenüber der «SonntagsZeitung» abermals das bernische Wasserwirtschaftsamt, das für die Regulierung in Port zuständig ist.

Das Amt habe zwar die vereinbarte Wassermenge überschritten, aber nach den Regulierungsvorschriften gehandelt.

Aufräumarbeiten gehen weiter

Es sei deshalb nicht gerechtfertigt, wenn der Kanton Aargau Bern vorwerfe, zu viel Wasser aus dem Bielersee gelassen zu haben.

Die intensiven Regenfälle hätten nämlich dazu geführt, dass alle Aarezuflüsse unterhalb des Bielersees innert kürzester Zeit stark angestiegen seien. Dies aber habe niemand voraussehen können.

Die Aufräumarbeiten in den verwüsteten Gebieten gehen weiter. Angespannt ist die Lage vor allem am Bielersee, der nach wie vor hoch steht. Aber auch in Laufen BL und Delsberg sind zahlreiche Menschen immer noch ohne Strom

rr/sda