Orban sagte weiter, die Opfer der Katastrophe müssten Schadenersatz erhalten. Die Arbeitsplätze in dem Werk sollten erhalten bleiben. Zudem müssten die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen und weitere potenziell gefährliche Standorte erkannt werden.
Gesetz im Parlament
Bis diese vier Punkte erfüllt seien, müsse das Vermögen der Firma eingefroren werden. Ein Gesetz zur Wiederverstaatlichung der MAL könnte noch Anfang Woche vom Parlament gebilligt werden. Orbans Regierungspartei Bund Junger Demokraten FIDESZ verfügt in der Volksvertretung über eine komfortable Zweidrittelmehrheit.
Das Unternehmen befindet sich im Besitz ungarischer Geschäftsleute, die bei der Privatisierung der Aluminiumindustrie in den neunziger Jahren dank ihrer politischen Beziehungen zum Zug gekommen waren.
Der festgenommene Generaldirektor ist der Sohn eines der Mitbesitzer. Dem Betreiber des Aluminiumwerks droht nach Regierungsangaben eine Geldbusse in Höhe von 73 Millionen Euro.
Ökosysteme zerstört
Am Montag vergangener Woche war ein Abfallbecken der MAL im westungarischen Ajka geborsten. Fast eine Million Kubikmeter Bauxitschlamm liefen aus und überschwemmten mehrere Dörfer. Während die Ökosysteme der Flüsse Marcal und Torna völlig zerstört wurden, blieb die Donau weitgehend verschont.
Eine Woche nach dem Unfall fanden Einsatzkräfte in der Ortschaft Devecser die Leiche eines achten Todesopfers. Wie der ungarische Katastrophenschutz mitteilte, wird damit niemand mehr vermisst.
