Umweltexperten prüfen, ob das Abladen des Giftmülls durch ein holländisches Unternehmen eine Verletzung der Basler Konvention darstellt, die den Umgang mit Giftmüll regelt.
«Kein Unternehmen, das in Europa seinen Sitz hat, darf Giftmüll in ein Entwicklungsland exportieren», sagte Michael Williams vom UNO- Umweltprogramm UNEP in Genf.
Besondere Umstände
Es komme häufig vor, dass Giftmüll illegal in afrikanische Länder exportiert werde. Dieser Fall aber sei besonders, weil hochgiftige Substanzen in einer dicht bevölkerten Gegend gelagert wurden, sagte Williams.
Nach niederländischen Medienberichten hatte das Schiff mit dem Namen «Probo Koala» bereits im Juli in Amsterdam versucht, seine Ladung zu löschen. Dies wurde abgebrochen, weil sich ein unerträglicher Gestank entwickelte.
Vor etwa drei Wochen waren flüssige Restprodukte aus der Ölproduktion im Hafen von Abidjan abgeladen worden. Die in den Niederlanden ansässige Ölgesellschaft Trafigura Beheer BV, die das Schiff gechartert haben soll, äusserte sich besorgt, dass die Abfälle nicht ordnungsgemäss entsorgt worden seien.
Schwere Vorwürfe
Sie habe die ivorischen Behörden zuvor auf die Risiken hingewiesen. Unklar blieb, ob sie den Giftmüll überhaupt hätten exportieren dürfen.
Viele ivorische Medien werfen der Regierung Korruption vor und verlangen die Bestrafung verantwortlicher Politiker. Mindestens drei Menschen wurden bislang festgenommen.
Nach Informationen des UNO-Büros für die Koordination von Nothilfe OCHA waren mehr als 500 Kubikmeter Giftmüll mit einem hohen Gehalt an Schwefelwasserstoff auf verschiedenen Müllhalden in Abidjan deponiert worden. Zu den Symptomen zählen Atembeschwerden, Kopfschmerzen und Nasenbluten.
