Anzeige

Greenpeace blockiert Giftmüll-Schiff

Die Regierung der Elfenbeinküste trat infolge des Skandals zurück
Dienstag, 26. September 2006
Tallin/Paldiski - Das Frachtschiff «Probo Koala» wird seit Montagabend im estnischen Hafen Paldiski von der Umweltschutzorganisation Greenpeace blockiert.
Es soll in der Elfenbeinküste einen Giftmüllskandal ausgelöst haben. «Wir liegen mit unserem Boot »Arctic Sunrise« direkt neben dem Gifttanker», sagte Greenpeace-Sprecher Jan Isakson. Man fordere die estnischen und EU-Behörden auf, Schiff und Besatzung festzusetzen, um eine eingehende Untersuchung und strafrechtliche Schritte zu ermöglichen.

Greenpeace besprühte den Frachter nun mit dem Slogan «Giftmüllverbrecher» und hisste ein Banner «Giftmüll tötet». Die Wasserpolizei der Baltenrepublik versuchte vor Ort zu schlichten.

Unsachgemässe Behandlung

Die unter der Flagge von Panama fahrende «Probo Koala» war von einer niederländischen Firma gechartert worden und hatte im August im westafrikanischen Hafen Abidjan Elfenbeinküste geschätzte 400 Tonnen giftige Ölabfälle gelöscht. Die unsachgemässe Behandlung führte zu einer Umweltkatastrophe.

Nach offiziellen Angaben starben mindestens 7 Menschen und etwa 40 000 erkrankten. Die Regierung der Elfenbeinküste trat zurück. Mittlerweile arbeiten französische Experten an der fachgerechten Entsorgung.

Ermittlungen aufgenommen

Die niederländische Justiz nahm Ermittlungen auf. Nach europäischem Recht ist die Ausfuhr gefährlichen Mülls in Entwicklungsländer verboten.

Die «Probo Koala» hatte zuletzt am 15. September in Paldiski festgemacht. Eine Untersuchung der dortigen Behörden ergab keine Beanstandungen.

ht/sda