Über Grindelwald schwebte am Abend eine dicke Staubwolke. Amacher rechnete weiterhin damit, dass der Rest der 2 Millionen Kubikmeter Fels auch noch abbrechen wird. Ein Mitglied der Wirtefamilie Burgener der «Bäregg» berichtete auf Anfrage, drei Übernachtungsgäste hätten das Naturschauspiel direkt mitverfolgt.
Ruhige Nacht erwartet
Vor dem Absturz hätten sich im Fels Spalten und Risse geöffnet. Die Gäste hätten sich nach draussen begeben und im Freien zuschauen können, wie die 500 000 bis 700 000 Kubikmeter Stein mehrheitlich auf einen Rutsch ins Tal donnerten. Nun erwarte man aber eine ruhige Nacht.
Laut Aussagen des Geologen Hans Rudolf Keusen stürzte die rechte Partie der Felsnase ab. Diese habe sich seit mehreren Tagen stark zerlegt, weshalb ein Abbruch an dieser Stelle eigentlich zu erwarten gewesen sei, sagte er auf Anfrage.
Knapp ein Drittel weggebrochen
Die linke Partie der Felsnase präsentiere sich von der Front her relativ kompakt. Sie bewege sich nicht so stark wie vor dem Absturz die rechte. Einen sofortigen Absturz der linken Felspartie erwartet Keusen nicht. Allerdings könnte dieser durchaus auch nur eine Frage von Tagen sein.
Zu Tale gegangen sind nach Schätzung des Geologen nicht ganz ein Drittel der gesamten vom Absturz bedrohten Felsmasse. Am Vormittag war bereits eine markante Felsnadel, die rund 30 Meter hohe so genannte «Madonna», auf den Gletscher gestürzt.
