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Al Gore ruft zu langfristigem Denken auf

Manager hätten nur die nächsten Quartalsresultate im Blick, beklagte Al Gore.
Mittwoch, 28. März 2007
Zürich - Mit einer Rede des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore ist das zweitägige OSEC-Forum der Schweizer Aussenwirtschaft zu Ende gegangen. Der engagierte Klimaschützer rief die Unternehmer zu langfristigen Denkweisen auf.
Mehrere hundert Forumsteilnehmerinnen und -teilnehmer interessierten sich für den Auftritt Gores, der seine umstrittene Niederlage in den US-Präsidentschaftswahlen 2000 humorvoll kommentierte: «Manchmal gewinnt man, manchmal verliert man - und dann gibt es noch die dritte Kategorie.»

In der Wirtschaft - wie in der Politik - seien die Sichtweisen allzu oft sehr kurzfristig: Manager hätten nur die nächsten Quartalsresultate im Blick, beklagte Gore. Für Umwelt- und Klimathemen sei aber eine langfristige Sichtweise gefordert, meinte der Politiker, der für seinen Film «An inconvenient truth» mit einem Oscar prämiert wurde.

Die Sensibilisierung für diese Themen nehme weltweit zu, so Gore. Auch Grosskonzerne wie der Detailhandelsriese Wal-Mart oder die Fastfood-Kette Burger King achteten auf ihre soziale Verantwortung. Der US-Politiker rief die anwesenden Unternehmer dazu auf, den Vorteil Europas in Umweltfragen auszunützen.

Chance durch das Internet

Kein allzu gutes Zeugnis stellte Gore der US-Politik aus: Immer stärker hänge der Erfolg von teuren TV-Werbespots ab - damit werde in Wahl- und Abstimmungskampagnen die Höhe der Budgets immer entscheidender. Ein Gegengewicht zu dieser unguten Entwicklung sah Gore aber in einem wachsenden Gewicht des Internets.

Das zweitägige Forum der Schweizer Exportförderungsorganisation OSEC widmete sich der Stellung der Schweiz in den internationalen Märkten. Schwerpunkt war der indische Markt. Am Dienstag hatte sich Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard im Rahmen des Forums mit dem indischen Wirtschafts- und Industrieminister Kamal Nath getroffen.

fest/sda