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Überschwemmung: Indien bittet Ausland um Hilfe

Riesige Gebiete dürften monatelang unter Wasser stehen.
Mittwoch, 3. September 2008
Sahsara - Angesichts der schweren Überschwemmungen in Nordindien hat die Regierung von Bihar einen verzweifelten Hilferuf an die internationale Gemeinschaft abgesetzt.
Indien brauche internationale Katastrophenhilfe im gleichen Umfang wie nach dem Tsunami von Dezember 2004, sagte Bihars Katastrophenschutzminister Nitish Mishr. Die Regierung allein könne der Katastrophe mit rund einer Million Obdachlosen nicht Herr werden: «Was immer zur Verfügung steht, wir brauchen es.»

Nach Angaben von Experten werden riesige Gebiete des ohnehin schon bitterarmen Bundesstaats Bihar noch monatelang unter Wasser stehen, Landwirtschaft ist dadurch unmöglich. In den überfüllten Notunterkünften drohen unterdessen Seuchen.

Grosse Teile von Bihar sind überschwemmt, seit der Fluss Kosi vor zwei Wochen stromaufwärts in Nepal über die Deiche trat und seinen Lauf änderte.

Regenzeit bis Oktober

Nach Behördenangaben können die Deiche erst nach dem Ende der Regenzeit im Oktober repariert und der Fluss in sein Bett zurückgeleitet werden. Die Arbeiten dazu könnten bis Anfang kommenden Jahres dauern, so dass ein Ende der Überschwemmungen in weiter Ferne steht.

Laut den Behörden wurden bisher 600'000 Menschen aus den Überschwemmungsgebieten in Sicherheit gebracht, 350'000 Menschen warten auf ihren Hausdächern oder höhergelegenen Ebenen noch immer auf Hilfe. Laut Katastrophenhelfern ist die Strömung jedoch in vielen Gebieten zu stark, um die Hilfsbedürftigen per Boot zu erreichen.

Hilfsorganisationen rufen zu Spenden für die Überschwemmungsopfer auf. UNICEF befürchtet den Ausbruch von Seuchen in den überfüllten Notunterkünften. Kinder und Schwangere seien besonders von ansteckenden Krankheiten wie Masern, Durchfall und Lungenentzündung bedroht. In den Lagern müssten dringend Latrinen und Wasserpumpen installiert werden.

ht/sda