Aus der Menge der Demonstranten, die sich im Stadtteil Chiaiano versammelten, wurden Steine geworfen, die Polizei setzte Tränengas ein. Laut ANSA nahm die Polizei sieben Demonstranten fest. Ein Korrespondent des italienischen Fernsehens RAI sagte, er sei von der Polizei geschlagen und seine Kamera beschlagnahmt worden.
Innenminister Roberto Maroni erklärte, Proteste seien «vorhersehbar» gewesen, jedoch sei es «im Interesse aller», der Abfallkrise ein Ende zu setzen. Die Regierung hatte am Mittwoch in Neapel getagt und eine Serie von Massnahmen beschlossen, um die seit Monaten schwelende Müllkrise zu überwinden.
Zehn Standorte
Chiaiano gehört zu den zehn Standorten, an denen die Müllbeseitigung künftig erfolgen soll. Die vollständige Liste der Standorte soll am Samstag veröffentlicht werden. In Chiaiano hatte es bereits unter der Vorgängerregierung von Romano Prodi Proteste gegeben, nachdem bekannt geworden war, dass dieser Standort für die Abfallbeseitigung ausgewählt wurde.
Berlusconi sagte, die Mülldeponien würden künftig wie «Militärgebiete» behandelt und entsprechend abgesichert. Teile des Abfalls aus Neapel und Umgebung werden derzeit zur Entsorgung nach Deutschland geliefert. Wochenlang lagerten grosse Müllmengen in den Strassen, mit den steigenden Temperaturen wurden sie zuletzt zu einer Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung.
