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Tote nach Flutwelle in Australien

Sturzflut in Toowoomba kostet zwei Menschenleben

In Toowoomba regnete es auch nach Einbruch der Nacht weiter (Screenshot Verkehrskamera)
Montag, 10. Januar 2011
Brisbane - Australien kommt nicht zur Ruhe. Eine meterhohe Wasserwand schoss am Montag urplötzlich durch die Strassen der australischen Stadt Toowoomba und riss mehrere Menschen in den Tod. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens vier Menschen ums Leben.
Medien berichteten von sieben Toten und vielen Vermissten, darunter Kinder. Die Wucht des Wassers zerschmetterte Autos, Brücken und Holzhäuser. Menschen hätten Zuflucht auf Bäumen und Strommasten gesucht. Die Wasserwand war nach Angaben von Augenzeugen bis zu zwei Meter hoch.

«Wir hatten zahlreiche Notrufe von Menschen, die in Autos gefangen waren, auf den Strassen, im Wasser», sagte der stellvertretende Polizeichef von Queensland, Ian Stewart. Vor der Springflut habe es keine Warnung gegeben. Genauso schnell, wie das Wasser gekommen war, ging es auch wieder zurück und hinterliess mit Trümmern übersäte Strassen.

«Der Schaden ist unglaublich», sagte Bürgermeister Peter Taylor. «Das Wasser strömt im wahrsten Sinne des Wortes aus den Eingangstüren der Geschäfte.» Die Eisenbahngleise seien auf einer Länge von 60 bis 70 Metern hochgerissen worden.

Toowoomba zählt 90'000 Einwohner und liegt 126 Kilometer westlich der drittgrössten australischen Stadt Brisbane an der Ostküste und damit am südlichen Rand des seit Neujahr überschwemmten riesigen Katastrophengebietes.

Nach den verheerenden Überschwemmungen und neuen Regenfällen hatten Meteorologen vor solchen gefährlichen Flutwellen gewarnt. Die Flüsse führen schon Hochwasser und die Böden sind nach heftigen Regenfällen total gesättigt, so dass das Wasser nicht ablaufen kann.

Brisbane in Alarmbereitschaft

Auch in Brisbane bereitet sich die Bevölkerung auf die Jahrhundertflut vor. Die Behörden gaben am Montag Sandsäcke an Bewohner aus, die in niedrig gelegenen Häusern wohnen. Der Höhepunkt der Überschwemmungen wurde in Brisbane am Dienstag oder Mittwoch erwartet.

Im 80 Kilometer entfernten Dalby mit 12'000 Einwohnern war die Lage am Montag ebenfalls kritisch. Der Katastrophenschutz schickte einen Helikopter, um Menschen retten zu können, falls Wassermassen sie einschliessen. Die Stadt war erst vor zwei Wochen überflutet worden.

 

fest/sda