Am Tisch sassen nebst den Staats- und Regierungschefs der G8 auch die Spitzenpolitiker aus China, Indien, Südafrika, Mexiko, Brasilien, Australien, Südkorea und Indonesien. Auf die insgesamt 16 Länder entfallen rund 80 Prozent des weltweiten Schadstoffausstosses.
China und Indien nicht dabei
China und Indien signalisierten gemäss Beobachtern, dass sie dem G-8-Ziel einer Emissionsminderung um 50 Prozent noch nicht folgen wollen. Die beiden asiatischen Länder sollen sich lediglich bereit gezeigt haben, zu einem späteren Zeitpunkt Massnahmen zur Drosselung des Treibhausgas-Ausstosses zu ergreifen.
Die G-8-Staaten hatten sich am Dienstag zu dem Ziel bekannt, bis Ende 2009 ein internationales Abkommen auf den Weg zu bringen, das die Schadstoffminderung um mindestens die Hälfte bis 2050 vorsieht. Dabei hatten sie deutlich gemacht, dass die Industrieländer den Löwenanteil der Emissionsminderung leisten müssten.
Beitrag der Schwellenländer gefordert
Auch die Schwellenländer müssten aber ihren Beitrag leisten. Das erkennen Länder wie China und Indien an; sie pochen aber zugleich darauf, nur im Rahmen ihrer wirtschaftlichen und technologischen Fähigkeiten zu einem neuen Klimaschutzabkommen beitragen zu müssen.
Trotzdem begrüssten die G-8-Führer die Übereinkunft. US-Präsident George W. Bush betonte, man habe sich grundsätzlich auf gemeinsame Ziele einigen können. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel lobte die konstruktive Zusammenarbeit mit den aufstrebenden Industriestaaten.
EU: Wachstum trotz Klimaschutz
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso widersprach den Bedenken der aufstrebenden Staaten. Es gebe keinen Widerspruch zwischen Wirtschaftswachstum und Verringerung der Treibhausgase. Die Wirtschaft der EU sei seit 1990 um ein Viertel gewachsen. «Und wir haben die Treibhausgase um acht Prozent verringert.»
In ihrer Abschlusserklärung riefen die G-8-Führer im weiteren dazu auf, eine Lösung für die enorm gestiegenen Öl- und Nahrungsmittelpreise sowie für die wachsende Inflation zu finden. Sie sprachen sich zudem für mehr Transparenz auf dem weltweiten Ölmarkt aus.
NGO enttäuscht
Die internationale Hilfsorganisation Oxfam zog eine kritische Bilanz des G-8-Gipfels. Beim Klimawandel, in den Nahrungskrise und der Verschärfung der Armut habe das Treffen «nicht die Durchbrüche gebracht, die so dringend nötig gewesen wären», beklagte Geschäftsführer Jeremy Hobbs.
Mehr denn je sei von den grossen Industrienationen entschiedenes Handeln gefordert gewesen. «Fortschreitender Klimawandel, galoppierende Nahrungsmittelpreise und Verschärfung der Armut rauben Millionen von Menschen ihre Einkommensgrundlagen und kosten sie in vielen Fällen sogar das Leben», sagte Hobbs. «Dieser Herausforderung war der G8-Gipfel nicht gewachsen.»

