Nach langem Widerstand gab auch US-Präsident George W. Bush seine Blockadehaltung auf und stimmte der grundsätzlichen Absicht zu, den Ausstoss klimaschädlicher Treibhasgase zu vermindern. Die G-8 verpflichteten sich in ihrer Erklärung zudem, beim Klimaschutz eine Führungsrolle zu übernehmen.
Appell an Schwellenländer
Jedoch appellierten sie auch an die Schwellenländer, einen Beitrag zu leisten - allein könne der Kampf gegen die Erderwärmung nicht gewonnen werden. Dieser Zusatz dürfte entscheidend für das Einlenken der USA gewesen sein.
Bislang hatte Bush seinen Widerstand stets damit begründet, dass auch andere grosse Umweltsünder wie China und Indien ihren CO2-Ausstoss begrenzen müssten. Die US-Delegation bezeichnete die Übereinkunft denn auch als hervorragendes Ergebnis.
«Beliebige Ankündigung»
Umweltschützer dagegen gingen mit dem «Club der Reichen» hart ins Gericht. Die Ankündigung zur Halbierung der Treibhausgase sei beliebig, solange kein Ausgangsjahr genannt werde, sagte Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid. «Bei diesem Tempo ist die Welt bis 2050 weichgekocht und die G8-Führer sind lange vergessen», schrieb Oxfam.
Enttäuscht waren auch die fünf grossen Schwellenländer China, Indien, Südafrika, Brasilien und Mexiko, die am Mittwoch zum G8-Gipfel in Toyako stossen. Sie forderten umgehend eine Reduzierung des Treibhausgas-Ausstosses um 80 bis 95 Prozent unter das Niveau von 1990.
