Anzeige

Schweiz unterzeichnet Vertrag zum Emissionshandel

Indien ist auf dem Weg, eine Weltmacht zu werden, so Bundespräsidentin Calmy-Rey.
Montag, 5. November 2007
Neu Delhi - Die Schweiz hat mit einem indischen Energieproduzenten einen Vertrag zum Handel von CO2-Emissionen geschlossen. Der Vertrag wurde vom Schweizer Botschafter Dominique Dreyer im Beisein von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey unterzeichnet.
Calmy-Rey hält sich seit Sonntagabend zu einem Staatsbesuch in Indien auf. Mit dem Emissionszertifikat will das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA seinen eigenen CO2-Ausstoss in der Zentrale in Bern kompensieren.

Das EDA schätzt, dass es in Bern jährlich 5000 bis 6000 Tonnen CO2 in die Atmosphäre entlässt. Insgesamt arbeiten in Bern rund 1230 Personen für das EDA, davon 453 für die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA.

Kauf eines Emissionszertifikats

Der Vertrag hat eine Dauer von drei Jahren und kostet rund 650'000 Franken, wie der Chef des Schweizer DEZA-Kooperationsbüros in Indien, François Binder vor den Medien sagte.

Die Schweiz kauft das Emissionszertifikat von einer Anlage im südindischen Malavalli, die Energie aus Biomasse produziert. Die Anlage wurde als erste mit dem «golden standard» der gleichnahmigen Stiftung mit Sitz in Basel ausgezeichnet.

Die Stiftung prämiert Projekte für erneuerbare Energie. Die Anlage ist auch Teil des Kyoto-Mechanismus' zur Reduktion von Treibhausgasen.

Treffen mit Solar-Pionier

Zuvor hatte Calmy-Rey den Luzerner Solarmobil-Pionier Louis Palmer getroffen, der im Juli mit seinem «Solartaxi» zu einer Weltreise aufgebrochen war. Calmy-Rey begrüsste Palmers Projekt: «Es ist notwendig, die Menschen verstärkt auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.»

Schliesslich hielt die EDA-Chefin bei der Eröffnung der 4. Föderalismus-Konferenz in Neu Delhi eine Rede. Sie warnte, dass mit der Globalisierungen auch Risiken und Probleme einzelner Länder exportiert werden könnten.

fest/sda