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Prodis Kampf gegen stinkende Abfallberge

«Wir wollen, dass Italien in punkto Abfallentsorgung selbstständig wird», sagte Prodi.
Dienstag, 8. Januar 2008
Neapel/Rom - Die italienische Regierung hat Massnahmen zur Bewältigung der Abfallkrise in Neapel angekündigt: Mit der Armee, neuen Verbrennungsanlagen und einem Sonderkommissar will sie gegen die stinkenden Abfallberge in der Region vorgehen.
Dies wurde nach einer dreistündigen Kabinettssitzung in Rom bekannt. Ministerpräsident Romano Prodi habe den ehemaligen Polizeichef Gianni De Gennaro als Sonderbeauftragten angewiesen, die Lösung der Probleme in den kommenden 120 Tagen zu überwachen.

Alle «sofort nutzbaren» Deponien sollen wiedereröffnet werden, um den Unrat zu verarbeiten. Zudem seien zahlreiche neue Anlagen geplant. Unterdessen sollen Soldaten dabei helfen, die mehr als 100'000 Tonnen Abfall in der süditalienischen Region abzutransportieren, hiess es.

Die Gemeinden in der süditalienischen Region wurden angewiesen, in den nächsten zwei Monaten Verfahren zur Abfalltrennung auszuarbeiten und zu realisieren.

Teure Transporte ins Ausland vermeiden

«Wir wollen, dass Italien in punkto Abfallentsorgung selbstständig wird. Ziel ist, teure Transporte ins Ausland zu vermeiden», sagte Prodi. Ein Teil des im Grossraum von Neapel produzierten Abfalls wird derzeit zur Entsorgung nach Deutschland transportiert. Dies kostet bis zu 250 Euro pro Tonne.

In der Nacht war es im neapolitanischen Stadtteil Pianura erneut zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Regierung hatte zuvor bekräftigt, eine dortige Mülldeponie wiederzueröffnen. Die Anwohner befürchten aber gesundheitliche Schäden durch Dioxingase.

smw/sda