Neben den federführenden Ostschweizern hätten sich die Anlagen in Genf, Lausanne, Bern und Zürich zu gemeinsamen Verhandlungen mit Neapel zusammengeschlossen, bestätigte Ammann einen Bericht der «Basler Zeitung».
Zustimmung der Kantone nötig
Bevor der Müll importiert werden kann, müssen die Standortkantone und das Bundesamt für Umwelt BAFU ihre Zustimmung erteilen. Laufe alles nach Plan, könnte der italienische Müll bereits im Februar importiert werden.
In Neapel haben sich in den vergangenen Wochen 110'000 Tonnen Müll angehäuft. Gemessen an den 3,5 Millionen Tonnen, die pro Jahr in der Schweiz verbrannt würden, sei dies keine grosse Menge, sagte Ammann.
Für die Kehrichtverbrennungsanlagen wäre der Import des Mülls lukrativ. Den Schweizer Anlagen drohen in den nächsten Jahren Überkapazitäten, da Deutschland eigene Anlagen baut und der Import von deutschem Müll wegfällt.
Krawalle in Sardinien
In Italien erweist sich die Verteilung des Abfalles aus Neapel als schwierig. In Sardinien hat eine Gruppe von sardischen Jugendlichen mit Krawallen und Protesten auf die Ankunft eines mit Müll aus Neapel beladenen Schiffes in den Hafen von Cagliari reagiert.
Andere Regionen, wie die Lombardei, Friaul Julisch Venetien, Veneto, Marken und Ligurien sowie Südtirol weigern sich, in ihren Deponien und Verbrennungsanlagen den Abfall aus Neapel zu entsorgen.
Aus ökologischer Sicht wäre der «Abfall-Tourismus» nach Ansicht von Ammann sinnvoll. Bei der offenen Verbrennung des Mülls in Neapel werde 1000 mal mehr Dioxin freigesetzt als bei der Verbrennung in Schweizer Anlagen.
WWF-Sprecher Fredi Lüthin warnte davor, die Kapazitäten in der Schweiz zu erhöhen, um aus wirtschaftlichen Gründen ausländischen Müll zu verbrennen.
