Schlimmste Naturkatastrophe
Das ist eine Tragödie, auf die wir nicht vorbereitet sind", sagte Sri Lankas Präsidentin Kumaratunga. An der Südküste hatte sich das Wasser zu einer neun Meter hohen Wand aufgetürmt, die mit einer Geschwindigkeit von 800 Kilometern pro Stunde auf die Strände krachte. Tausende Menschen wurden in die Fluten gerissen, nach Regierungsangaben auch mindestens 70 Ausländer.
In Indonesien starben mehr als 4700 Menschen. In Indien kamen mehr als 6600 Menschen ums Leben. Allein auf der indischen Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren wurden nach Behördenangaben mindestens 3000 Menschen getötet. Weitere 30 000 Menschen werden vermisst.
Über 800 Menschen starben in Thailand. Tote und Verletzte gab es auch auf den Malediven und in Malaysia, selbst auf den Seychellen und in Ostafrika.
Überall suchten Rettungsmannschaften und Angehörige verzweifelt nach Vermissten. In Indien wurden die ersten Opfer in Massengräbern mit jeweils 20 bis 35 Leichen begraben.
Nachbeben erschweren Rettungsarbeiten
Erschwert wurden die Rettungs- und Aufräumarbeiten durch weitere Nachbeben, die am Montag zum Teil Stärken von 6,0 erreichten. Das Beben am Sonntag hatte eine Stärke von 9,0.
Seuchengefahr
Während die internationale Hilfsaktion für zehntausende Obdachlose und Verletzte anlief, warnte die UNO vor einem möglichen Ausbruch von Seuchen in den Katastrophengebieten.
Hilfsaktionen und Spendenaufruf
Unterdessen löste die Tragödie in Südasien eine weltweite Hilfsaktion aus. Transportmaschinen starteten von Deutschland, Frankreich und Italien mit Medikamenten, Zelten und mobilen Labors zur Trinkwasseranalyse in die Krisenregion. Auch die Schweizer Regierung und Hilfswerke sprachen Soforthilfe im Umfang von rund drei Millionen Franken.
Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Föderation IFRC bat um Spenden zunächst in Höhe von umgerechnet mehr als sieben Millionen Franken und mobilisierte in Südasien rund 10 000 freiwillige einheimische Helfer.
