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Norditalien nimmt keinen Kehricht aus Neapel

Die Mülltransporte Richtung Schweiz und Deutschland wurden verstärkt.
Donnerstag, 10. Januar 2008
Rom - Die Abfallkrise in Neapel macht der italienischen Regierung arg zu schaffen. Vier Regionen im Norden des Landes weigern sich, den Kehricht aus Neapel in ihren Deponien und Verbrennungsanlagen zu entsorgen.
Die Präsidenten der norditalienischen Regionen Lombardei, Friaul Julisch Venetien, Veneto und Ligurien liessen verlauten, ihre Anlagen seien bereits ausgelastet und könnten nicht auch noch den Abfall aus Neapel übernehmen.

Die rechtspopulistische Lega Nord drohte mit Strassenblockaden, sollte Norditalien den Abfall aus Neapel übernehmen müssen.

Dabei hatte Regierungschef Romano Prodi in seinem Programm zur Bewältigung des Notstands diese Woche die vorübergehende Übernahme des Abfalls durch andere Gemeinden und Regionen angekündigt.

Unrat nach Sardinien

Ein Schiff mit 1500 Tonnen Unrat aus Neapel erreichte unterdessen Sardinien, wo der Abfall entsorgt werden soll. Die Insel hatte sich als erste Region bereit erklärt, den Müll aus der Region Kampanien zu entsorgen.

Prodi appellierte an die Solidarität der übrigen Regionen: «Die Krise in Neapel ist ein nationales Problem.» Daher müsse das ganze Land das Problem in Angriff nehmen.

Mülltransporte Richtung Deutschland

Um die 110'000 Tonnen Abfall zu entsorgen, die sich in der Region Kampanien rund um Neapel türmen, wurden auch die Mülltransporte Richtung Deutschland verstärkt. Dies kommt die öffentliche Hand jedoch teuer zu stehen. In der Schweiz wird derzeit kein Kehricht aus Italien entsorgt.

In Neapel setzten wütende Bürger erneut zahrleiche Abfallberge in Brand. Die Feuerwehr musste mehr als 80 mal ausrücken.

smw/sda