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Neuer Berner Hochwasserschutz

Im August letzten Jahres kam es in Bern zu verherrenden Überschwemmungen.
Freitag, 2. Juni 2006
Bern - Die Stadt Bern will den Hochwasserschutz für die gefährdeten Quartiere und Gebiete an der Aare langfristig angehen.
Zwei von ursprünglich zehn Varianten sind in der engeren Wahl: ein Stollen oder die Erhöhung gefährdeter Uferabschnitte.

Bei beiden Varianten handle es sich um Jahrhundertbauwerke, wobei die Kosten noch nicht abschätzbar sind, teilte die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün mit. Für den Stollen Dalmazi-Seftau mit einem Durchmesser von 7 Metern müsse eine deutlich höhere Summe veranschlagt werden.

Ableitungsstollen

Der Stollen könnte bei Hochwasser 200 Kubikmeter Wasser unter der Stadt hindurch ableiten. Dies ist nach Angaben der Stadt die zusätzliche Abflusskapazität, die es braucht, um das Mattequartier und andere Gebiete wirksam vor künftigen Hochwassern zu schützen. Kiesentnahmen, wie sie bereits durchgeführt wurden, bringen zu wenig.

Die andere, finanziell günstigere Variante mit dem Namen «Objektschutz Quartiere an der Aare» setzt auf bauliche Massnahmen zur Erhöhung gefährdeter Uferabschnitte. Dazu gehören auch Massnahmen gegen das Eindringen von Wasser durch den Boden.

An Varianten arbeiten

Entscheidend sei hier, wie sich die Massnahmen in das Stadtbild integrieren lassen und inwieweit die Interessen von Anwohnerschaft und Liegenschaftsbesitzern einbezogen werden könnten. Das Verfahrensrisiko sei aufgrund der hohen Zahl betroffener Eigentümer erheblich.

In den nächsten Wochen und Monaten sollen die beiden Varianten weiter bearbeitet und konkretisiert werden. Dazu gehören möglichst präzise Kostenschätzungen. Danach will die Stadt ein Mitwirkungsverfahren durchführen, in welchem sich die Bevölkerung äussern kann.

bsk/sda