«Schwere Belastung für das Klima»
Alle Seiten sollten auf diesen Fall vorbereitet sein. Zugleich bezeichnete der Umweltkommissar die Waldbrände als «schwere Belastung für das Klima». Neben dem Verlust riesiger Waldgebiete würden grosse Mengen an schädlichem Kohlendioxid ausgestossen.
Die Waldbrände in Griechenland verloren in der Nacht ein wenig an Gewalt. Wie die Feuerwehr am frühen Morgen mitteilte, gab es noch Brände in 25 Regionen der Halbinsel Peloponnes und auf der Insel Euböa. Am Vortag brannte es noch in 36 Bezirken.
Feuerwehrleute zeigten sich am Morgen optimistisch, dass bis zum Abend alle Brände unter Kontrolle gebracht werden könnten. Seit Ausbruch der Brände vor knapp sechs Tagen sind in Griechenland 64 Menschen ums Leben gekommen.
Nach ersten Schätzungen sollen 110 Dörfer vollständig oder teilweise zerstört worden sein. Tausende Menschen wurden obdachlos, etliche verloren ihre Existenz. Viele Betroffene kritisierten, die Behörden seien ihnen nicht zu Hilfe gekommen.
Schaden von acht Milliarden Franken
Die Flammen wüteten vor allem im gebirgigen Süden der Halbinsel Peloponnes. Allein von Freitag bis Sonntag zerstörten die Waldbrände nach Angaben der EU-Kommission ein Gebiet von rund 1840 Quadratkilometern. Dies entspricht einer Fläche, die knapp grösser ist als der Kanton Zürich rund 1730 Quadratkilometer.
Nach ersten Schätzungen wurde ein Schaden von bis zu fünf Milliarden Euro rund acht Milliarden Franken verursacht. Das berichtete die Athener Wirtschaftszeitung «Imerisa». Sie berief sich dabei auf das griechische Finanzministerium.
Zudem sollen die Flammen 4,5 Millionen Olivenbäume zerstört haben. 60'000 Schafe und Ziegen verendeten. Die Regierung veröffentlichte bislang noch keine offiziellen Zahlen.
15 Länder sind im Einsatz
Bei ihrem Kampf gegen die Brände werden die griechischen Feuerwehrleute inzwischen von 15 Ländern mit Löschflugzeugen oder Feuerwehrleuten unterstützt.
Es sei die grösste Hilfsaktion für einen EU-Mitgliedsstaat, erklärte die EU-Kommission. Auch vier Schweizer Superpumas und rund 20 Armeeangehörige beteiligen sich an der Löscharbeiten.
