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Merkel kündigt Hilfe für Hochwassergebiete an

«Die Flut hat wirklich dramatische Ausmasse», zeigte sich Merkel beeindruckt.
Sonntag, 9. April 2006
Hitzacker - Die Lage in den norddeutschen Hochwassergebieten hat sich am Wochenende nicht entspannt, obgleich die Pegelstände kaum noch stiegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte den Ort Hitzacker in Niedersachsen.
Dort stieg der Elb-Pegel auf 7,63 Meter, zwölf Zentimeter über dem Rekordhochwasser von 2002. Die Altstadt war fast vollständig überflutet. Eine Sprecherin des Landkreises Lüchow-Dannenberg sagte, im gesamten Kreis seien 3300 Hilfskräfte zum Schutz der Deiche im Einsatz, darunter mehrere hundert Bundeswehrsoldaten.

Etliche Bewohner der Altstadt verliessen am Wochenende ihre Häuser, da ihnen Kälte und Feuchtigkeit zu sehr zu schaffen machte. Helfer setzten Boote ein, um die Einwohner der tiefer gelegenen Gebiete der Altstadt in trockenere Bereiche zu bringen.

Steuererlass

Merkel und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff versprachen den Hochwasser-Opfern Hilfe. «Wir wollen gemeinsam mit den betroffenen Bundesländern verabreden, dass bei besonderen Belastungen keine Steuern bezahlt werden müssen», kündigte die Kanzlerin an.

«Die Flut hat wirklich dramatische Ausmasse», zeigte sich Merkel beeindruckt. Besonders berührt habe sie, wie die Menschen zusammenständen.

Tausende Helfer befestigten Deiche

Im gesamten Überschwemmungsgebiet beteiligten sich tausende von Helfern am Kampf gegen die Wassermassen. Am wichtigsten war vielerorts das Füllen von Sandsäcken, mit denen Deiche befestigt und Sickerstellen abgedichtet wurden.

Allein die Bundeswehr hatte über 1600 Soldaten im Einsatz, weitere knapp 600 hielten sich am Sonntag in Bereitschaft. Helikopter mit Wärmebildkameras flogen die Deiche ab, um frühzeitig gefährdete Stellen zu entdecken.

bert/sda