Anzeige

Elbe-Hochwasser kritisch aber stabil

In Lauenburg wird mit einem weiteren Pegelanstieg gerechnet.
Das überflutete Hitzacker liegt auf einer Stadtinsel am Fuss des Weinbergs. (Archivbild)
Montag, 10. April 2006
Hitzacker - Die vom Rekord-Hochwasser der Elbe betroffenen Menschen dürfen auf ein Ende der Flut hoffen.
Die Pegelstände haben offenbar ihren Höchststand erreicht: An vielen Orten stieg das Wasser erstmals nicht weiter an. In Niedersachsen gingen die Pegelstände sogar leicht zurück, wie eine Sprecherin des Kreises Lüchow-Dannenberg erklärte. So stehe das Elbe-Hochwasser in Hitzacker derzeit bei 7,58 Meter - fünf Zentimeter tiefer als am Wochende.

«Die Lage ist stabil», sagte die Sprecherin. Dennoch werde die historische Altstadt Hitzackers voraussichtlich noch tagelang überflutet bleiben.

Weiterer Anstieg in Lauenburg erwartet

Im schleswig-holsteinischen Lauenburg stagnierte der Pegelstand bei knapp 9,10 Metern. «Der Scheitel ist da. Zur Zeit rechnen wir nicht damit, dass das Wasser noch weiter ansteigt», sagte ein Behördensprecher.

Am Wochenende war noch ein Pegelstand von 9,20 Meter erwartet worden. Die Deiche bereiteten im Bereich Lauenburg derzeit keine Probleme, sagte der Sprecher weiter. «Wir haben die Lage im Griff.»

Trotz der eilig errichteten Sandsackwälle hatte das Wasser am Wochenende rund 100 Häuser der historischen Altstadt erreicht. Ein Hotel wurde am Sonntag wegen möglicher Einsturzgefahr vorsorglich evakuiert. Wegen des hohen Wasserstandes musste in mehreren Häusern vorsorglich der Strom abgeschaltet werden.

Merkel sicher Hilfe zu

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte den Betroffenen des Elbe-Hochwassers schnelle und unbürokratische Hilfe zu. Sie sei bereit, über Stundungen von Steuerzahlungen oder auch einen Steuererlass zu reden, sagte Merkel am Sonntag bei einem Besuch in Hitzacker.

Bund und Länder müssten gemeinsam überlegen, wie das Voraussage- System und der Hochwasser-Schutz verbessert werden könnten, sagte Merkel weiter. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff kündigte an, das Land werde für die Opfer der Katastrophe fünf Millionen Euro Soforthilfe bereitstellen.

ht/sda