Nur so könne ein Preisanstieg von Getreide vermieden werden, der wiederum mehr Hunger über die Welt bringe.
Mit jeder Preissteigerung der Grundnahrungsmittel um ein Prozent litten 16 Millionen Menschen mehr an Unterernährung.
Jedes Jahr kämen zwölf Millionen zu den heute schon 854 Millionen Unterernährten dazu. Von diesen wiederum sterben laut Ziegler jährlich etwa 36 Millionen.
Verschwendung von Ressourcen
Für eine 50-Liter-Benzintank-Füllung eines Autos würden 200 Kilogramm Mais benötigt, rechnete Ziegler vor. Damit könne eine Person ein ganzes Jahr ernährt werden.
Der UNO-Sonderberichterstatter beklagte am Beispiel Brasiliens, dass die Ausweitung der Zuckerrohr-Anbaufläche auf Kosten der Kulturenvielfalt gehe: Wo sonst sieben bis zehn verschiedene Pflanzen gediehen, werde eine Monokultur betrieben.
Provisorische Aufnahme für Hungernde
Ziegler fordert ein globales Abkommen, das Hunger-Flüchtlingen als Minimum provisorisch garantiert, nicht abgeschoben zu werden, sollten sie dadurch den Tod riskieren. Zu diesem Zweck könne zum Beispiel der Menschenrechtsrat die Flüchtlingskonvention von 1951 weiterentwickeln.
In seinem Bericht forderte Ziegler von den Staaten zudem einen neuen Vertrag für den Umgang mit Hungerflüchtlingen. Seiner Ansicht nach sollte mindestens das Prinzip der provisorischen Aufnahme angewendet werden.
