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Etwa zehn Millionen Franken Schaden

Hochwasser beschädigt 300 Häuser

Die Überschwemmungen im Berner Oberland hinterlassen grosse Schäden.
Grosse Aufräumarbeiten stehen an.
Die Schiene muss von den Steinen befreit werden.
Eine völlig zerstörte Strasse.
Totale Verwüstung.
Das Bahngleis gleicht einer Achterbahn.
Das Hochwasser geht mehr und mehr zurück.
Die Strasse spaltet sich in zwei Teile vor dem Tunnel.
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Bern - Das Hochwasser vom Montag hat im Berner Oberland wohl an die 300 Gebäude beschädigt. Die Gebäudeversicherung rechnet mit einer Schadensumme von über zehn Millionen Franken.
Diese Zahl sei erst eine Schätzung, die auf Erfahrungen aus früheren Hochwassern beruhe, sagte Kirstin Steyer, Sprecherin der Gebäudeversicherung Bern, am Mittwoch auf Anfrage. In den Gemeinden Kandergrund und Frutigen seien je rund hundert Liegenschaften betroffen, in Kandersteg deren 40.

Dazu kommen laut Steyer noch vereinzelte Schäden in Lauterbrunnen, Meiringen und Reichenbach. Nun gelte es vor Ort, die Schäden zu erfassen. Erst danach lasse sich Genaueres sagen.

Zu den Gebäude- kommen auch noch Flurschäden und Schäden an der Infrastruktur. Allein das Bahnunternehmen BLS rechnet im stark vom Unwetter betroffenen Kandertal mit Kosten in der Höhe von fünf bis sechs Millionen Franken.

Eine Stange Geld dürfte auch die Reparatur der beschädigten Strassen kosten, allen voran die Sanierung des Mitholz-Tunnels, wo die Wassermassen am Montag den gesamten Strassenbelag wegrissen.

Kander schuf neue Landschaft

Welche Kraft die unbändigen Fluten am Montag innert weniger Stunden entwickelten, zeigt sich eindrücklich im Gasterntal, einem hochgelegenen und nur im Sommer bewohnten Tal bei Kandersteg.

Dort schuf die Kander im hinteren Teil «eine völlig neue Landschaft», wie Fritz Jost, Chef des Kandersteger Gemeindeführungsstabs, am Mittwoch auf Anfrage erzählte.

Die Bewohner des Gasterntals und ihre Nutztiere wurden am Montag und Dienstag per Helikopter ausgeflogen. Glück hatten jene Familien, die im Gasterntal vier Berggasthäuser betreiben. Diese Liegenschaften blieben vom Wasser verschont.

Derzeit sind Gemeindeangestellte daran, mit Baggern das Strässchen durch das Gasterntal zu räumen. Bis am Donnerstagabend sollte dies geschafft sein.

bg/sda