In der Jungfrauregion des Berner Oberlandes wehte der Guggiföhn. Am Stephanstag mass die Kleine Scheidegg Böen von fast 170 Stundenkilometern, am Lauberhorn waren es 189 km/h. In den nach Osten und Südosten ausgerichteten Alpentälern stiess der Föhn weit.
In Aigle erreichte das Thermometer am Freitagvormittag 7,7 Grad; im Mittelland und weiter nördlich verharrten die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Dafür schien die Sonne.
Weisser Stephanstag im Tessin
Grün blieben die Weihnachtstage auf der Alpennordseite. Im Tessin und im Misox hingegen griff Frau Holle in die Vollen. Mit kalten Ostwinden fielen im Südkanton in der Nacht auf Freitag ansehnliche Schneemengen. In Locarno-Monti waren es 18 Zentimeter Neuschnee, in Lugano 10 und in Locarno-Magadino 5 Zentimeter.
Heiligabend und Weihnachten waren im Mittelland eher trüb. Die Temperaturen lagen am Mittwoch zwischen 1,5 und 3,3 Grad. In den Bergen über dem teilweise zähen Hochnebel war es aussergewöhnlich mild und sonnig. In Graubünden schien den ganzen Tag die Sonne.
Lawinengefahr
In der Nacht auf den Weihnachtstag fiel etwas Niederschlag, der im Osten sogar für eine leichte Überzuckerung der Landschaft sorgte. Am Weihnachtstag hing bis zum Einsetzen der Bise im Flachland zäher Hochnebel.
Der starke Wind in der Nacht auf Freitag führte vor allem in der Höhe zu Triebschneeansammlungen, welche die Lawinengefahr steigen liessen. Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF warnt für den nördlichen Alpenkamm westlich der Reuss, für das Wallis, das Engadin und Mittelbünden vor einer erheblichen Lawinengefahr.
SBB bewältigt Mehrverkehr problemlos
Neben den Festtagen bescherte das schöne Wetter in den Bergen der SBB gute Frequenzen. Ab dem 19. Dezember stieg das Aufkommen im Nord-Süd-Verkehr und in die Wintersportregionen, wie Sprecher Danni Härry sagte. Besonders die Strecken durch den Lötschberg ins Wallis und nach Chur waren stark frequentiert.
Die Bahn konnte dies mit den fahrplanmässigen Zügen bewältigen. Da viele Skilager starteten, setzte die SBB am Stephanstag zwei Entlastungszüge nach Chur und vier auf der Nord-Süd-Achse ein. Die Bise machte der Bahn keine Probleme.
