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Heftiger Bisensturm fegt über die Schweiz

Auch tagsüber gibt es noch Böen von 70 bis 80 Kilometern pro Stunde. (Symbolbild)
Freitag, 26. Dezember 2008
Bern - Mit teilweise über 100 Stundenkilometern ist in der Nacht auf den Stephanstag ein Bisensturm übers Mittelland gefegt. Weggewehte Äste und umgestürzte Bäume hielten die Wehrdienste auf Trab. Im Tessin fielen bis weit in tiefere Lagen hinab Schnee.
Am heftigsten wehte die Bise im östlichen Mittelland. Wie MeteoSchweiz mitteilte, erreichten die Böenspitzen in der Nacht auf Freitag am Flughafen Kloten 90 und auf der Lägern 868 m ü. M. 104 Stundenkilometer. Das ist für die Ostschweiz selten. Solche Bisenspitzen gibt es sonst eher zwischen Genfer- und Neuenburgersee.

In der Jungfrauregion des Berner Oberlandes wehte der Guggiföhn. Am Stephanstag mass die Kleine Scheidegg Böen von fast 170 Stundenkilometern, am Lauberhorn waren es 189 km/h. In den nach Osten und Südosten ausgerichteten Alpentälern stiess der Föhn weit.

In Aigle erreichte das Thermometer am Freitagvormittag 7,7 Grad; im Mittelland und weiter nördlich verharrten die Temperaturen um den Gefrierpunkt. Dafür schien die Sonne.

Weisser Stephanstag im Tessin

Grün blieben die Weihnachtstage auf der Alpennordseite. Im Tessin und im Misox hingegen griff Frau Holle in die Vollen. Mit kalten Ostwinden fielen im Südkanton in der Nacht auf Freitag ansehnliche Schneemengen. In Locarno-Monti waren es 18 Zentimeter Neuschnee, in Lugano 10 und in Locarno-Magadino 5 Zentimeter.

Heiligabend und Weihnachten waren im Mittelland eher trüb. Die Temperaturen lagen am Mittwoch zwischen 1,5 und 3,3 Grad. In den Bergen über dem teilweise zähen Hochnebel war es aussergewöhnlich mild und sonnig. In Graubünden schien den ganzen Tag die Sonne.

Lawinengefahr

In der Nacht auf den Weihnachtstag fiel etwas Niederschlag, der im Osten sogar für eine leichte Überzuckerung der Landschaft sorgte. Am Weihnachtstag hing bis zum Einsetzen der Bise im Flachland zäher Hochnebel.

Der starke Wind in der Nacht auf Freitag führte vor allem in der Höhe zu Triebschneeansammlungen, welche die Lawinengefahr steigen liessen. Das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF warnt für den nördlichen Alpenkamm westlich der Reuss, für das Wallis, das Engadin und Mittelbünden vor einer erheblichen Lawinengefahr.

SBB bewältigt Mehrverkehr problemlos

Neben den Festtagen bescherte das schöne Wetter in den Bergen der SBB gute Frequenzen. Ab dem 19. Dezember stieg das Aufkommen im Nord-Süd-Verkehr und in die Wintersportregionen, wie Sprecher Danni Härry sagte. Besonders die Strecken durch den Lötschberg ins Wallis und nach Chur waren stark frequentiert.

Die Bahn konnte dies mit den fahrplanmässigen Zügen bewältigen. Da viele Skilager starteten, setzte die SBB am Stephanstag zwei Entlastungszüge nach Chur und vier auf der Nord-Süd-Achse ein. Die Bise machte der Bahn keine Probleme.

fest/sda