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Forscher warnen vor Alpen ohne Schnee

Der Schnee wird grauem Gestein weichen müssen.
Freitag, 23. Februar 2007
Bern - Dieser Winter ist laut Schweizer Klimaforschern nur ein Vorgeschmack auf das, was Wintersportorte in Zukunft erwartet: Gletscher schmelzen und Skigebiete müssen entweder viel Geld investieren oder den Betrieb aufgeben. Die Politik müsse deshalb rasch handeln.
Laut den Schweizer Klimaforschern wird die Erderwärmung dramatische Auswirkungen auf die Schweizer Berge haben. An einer vom Schweizer Alpen-Club SAC und der neu gegründeten Fachgesellschaft für Schnee, Eis und Permafrost organisierten Tagung forderten sie, den CO2-Ausstoss stark zu senken.

Die Perspektiven sind vor allem für die Gletscher düster: Auch mit zurückhaltenden Annahmen bei der Temperaturentwicklung sei klar, dass in den nächsten 50 bis 100 Jahren viele kleine und mittelgrosse Gletscher verschwinden würden. Die weissen Firne würden «grauen und bröckelnden Schutthalden» weichen.

Verheerende Folgen

Der Gletscherschwund könne diverse Probleme nach sich ziehen, sagte Wilfried Haeberli, Geographie-Professor an der Universität Zürich. Würde es etwa in 70 Jahren einen besonders heissen Sommer geben - ähnlich wie 2003 -, könnten wegen der fehlenden Gletscher auch grössere Flüsse fast austrocknen, mit verheerenden Folgen.

Von den Veränderungen betroffen sein werden laut den Forschern neben dem Landschaftsbild auch die Ökosysteme und die Naturgefahren in den Alpen.

Tief gelegene Skigebiete müssten aufgeben. In mittleren und höheren Lagen wären teure technische Massnahmen wie Beschneiung oder Gletscherabdeckung in grossem Stil nötig, um den Betrieb durchgehend aufrecht erhalten zu können, sagte Bruno Abegg vom Geographischen Institut der Universität Zürich.

Für die Wissenschaftler ist klar, dass die Schweiz nicht nur erforschen muss, welche Auswirkungen die Klimaveränderungen auf die Schweizer Berge haben. Sie fordern, dass Bundesrat und Parlament Massnahmen ergreifen, um den CO2-Ausstoss zu verringern.

dl/sda