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Hochwasser im Lütschinental: Kanton baut Stollen

Blick auf das gefährdete Lütschinental.
Freitag, 5. Dezember 2008
Grindelwald - Die Baudirektion des Kantons Bern hat entschieden: Die Gefahr von Hochwassern durch den Gletschersee auf dem Unteren Grindelwaldgletscher soll durch einen Abflussstollen entschärft werden. Die Kosten sind mit 15 Mio. Fr. veranschlagt.
Für die vom Kanton beigezogenen rund 20 Experten standen zwei Varianten im Vordergrund: Der Stollen oder ein Rückhalte- und Dosierbecken im hinteren Talgrund von Grindelwald. Die Wahl fiel auf den Stollen, weil die Wirkung von Rückhaltebecken «deutlich kleiner» sei, wie der Kanton am Freitag mitteilte.

Der geplante Stollen soll von ausgangs der Gletscherschlucht im Fels bis hinauf zum Gletschersee gebaut werden. Er wird zwei Kilometer lang und soll so dimensioniert werden, dass er neben der Entwässerung des Sees auch für die Fahrt schwerer Baumaschinen zum Gletschersee hinauf dienen kann.

Der Einlauf des Stollens soll so positioniert werden, dass das Seevolumen maximal auf 500'000 Kubikmeter ansteigen kann. Ohne Massnahmen wäre ein Volumen von mehreren Millionen Kubikmeter möglich.

Dank einem beschleunigten Bewilligungsverfahren hofft der Kanton, dass die Bewilligung bereits Ende Januar 2009 vorliegt, falls es keine wesentlichen Einsprachen gibt. Die Bauzeit für den Stollen wird auf zehn Monate geschätzt.

ht/sda