Vieles deutet laut Keusen darauf hin, dass der Felsen nicht als ganzer Block auf den unteren Grindelwaldgletscher stürzt, sondern sich beim Absturz in einzelne Brocken zerlegt. Es sei gut möglich, dass die Fragmentierung der Felspartie in den kommenden Tagen weiter zunehme.
Seit Tagen donnern immer wieder kleinere und grössere Felspartien auf den Gletscher. Die Felsbewegungen und der Steinschlag machen auch vor den in der Wand installierten Messgeräten des Geologen nicht Halt.
Nachdem die ersten zwei Messspiegel verschwanden, sei nun ein weiterer weg, sagte Keusen. Nun stehe ihn nur noch ein Spiegel für seine Messungen zur Verfügung.
Menschen und Gebäude nicht in Gefahr
Der bislang grösste Abbruch mit rund 1000 Kubikmeter Fels wurde am Donnerstag registriert. Die dadurch ausgelöste Staubwolke zog über das Dorf von Grindelwald. Menschen und Gebäude sind aber nicht in Gefahr, da sich das Felssturzgebiet weit ausserhalb der Siedlungszone befindet.
Einzig die in der Nähe des unteren Grindelwaldgletschers gelegene Gletscherschlucht ist seit Tagen für Besucher aus Sicherheitsgründen gesperrt. Am Montag will sich Keusen mit Behördenvertretern von Grindelwald treffen, um das weitere Vorgehen im Falle eines grossen Felsabbruchs zu erörtern.
