Anzeige

China: Verschmutzte Umwelt erhöht Krebsrate

Die Chinesischen Akademie der Wissenschaften spart nicht mit Kritik.
Montag, 21. Mai 2007
Peking - Massive Umweltverschmutzung in China hat Krebs zur häufigsten Todesursache in städtischen Gebieten gemacht. Dies ergab nach Angaben der Tageszeitung «China Daily» eine amtliche Untersuchung in 30 Städten und 78 Landkreisen.
Die stark zunehmenden Schadstoffe in Luft und Wasser sowie der Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln und Zusätze in Nahrungsmitteln werden für die rasant steigende Zahl von Krebserkrankungen verantwortlich gemacht.

«Viele chemische und industrielle Betriebe sind entlang der Flüsse gebaut, um ihre Abfälle einfach ins Wasser kippen zu können», kritisierte Chen Zhizhou vom Krebsinstitut der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking.

Pestizide im Grundwasser

«Auch der übermässige Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden verschmutzt das Grundwasser», kritisierte der Forscher. Die Schadstoffe im Wasser gingen direkt in die Böden, die Ernte und landeten letztendlich in der Nahrung auf den Tischen der Konsumenten.

Kritisiert wurde auch der Einsatz von Futterzusätzen durch Bauern, damit das Vieh schneller wächst. Als Hauptgrund für Lungenkrebs wurde in der Untersuchung die schlimme Luftverschmutzung genannt.

Chemikalien für Möbel

Grosse Mengen von Formaldehyd und andere Chemikalien, die bei Renovierungen oder in der Möbelherstellung eingesetzt werden, steckten ebenfalls hinter den hohen Krebsraten.

ht/sda