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Berlusconi weiht umstrittene Müllverbrennungsanlage ein

So soll es in Neapel nicht mehr aussehen.
Donnerstag, 26. März 2009
Neapel - Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hat in der Nähe von Neapel eine umstrittene Müllverbrennungsanlage eingeweiht. In der neuen Anlage sollen jährlich 600 000 Tonnen Müll verbrannt und Strom für 200'000 Haushalte gewonnen werden.
Berlusconi sagte, die Inbetriebnahme der Anlage in Acerra sei der erste Schritt zur Lösung des Müllproblems in der Region Kampanien. Dort sollen künftig vier weitere Müllverbrennungsanlagen entstehen.

Mehrere hundert Menschen demonstrierten gegen die Müllverbrennungsanlage.

Neapels katholischer Bischof Giovanni Rinaldi solidarisierte sich mit den Protesten und weigerte sich, gemäss der Tradition die Anlage zu weihen. Gegner des seit Jahren geplanten Projekts warnen davor, dass die bei der Müllverbrennung entstehenden Gase die Umwelt belasten und die Gesundheit der Anwohner gefährden.

Neapel und seine Umgebung leiden seit mehr als einem Jahrzehnt unter einem Müllproblem. Deponien und Wiederverwertungsanlagen sind chronisch überlastet, von der örtlichen Mafia betriebene Müllhalden wurden geschlossen. Berlusconi hatte die Beendigung der Müllkrise zur Priorität seiner Regierung erklärt.

sl/sda