Es gebe einen Dominoeffekt: Der Verlust des Eises führe zu grösserer Sonneneinstrahlung und damit Erwärmung des Ozeanwassers. Die wärmere Luft und das wärmere Wasser wiederum beeinträchtigten Tiere und Pflanzen. Zudem werde der Teil des winterliches See-Eises kleiner, der bis in den Sommer hält. Das System verstärke sich selbst.
«Es ist ein empfindliches System und zeigt oft relativ schnell und dramatisch Änderungen an», sagte NOAA-Ozeanforscher James Overland. Die arktischen Sommer von 2005 bis 2007 endeten alle mit grossen Flächen offenen Wassers.
Rückzug der Grönlandgletscher
Zugleich ziehen sich die Grönlandgletscher zurück. Das Eis sei um 100 Kubikkilometer geschrumpft und habe daher mit den grössten Anteil am Meeresspiegelanstieg. Der Meeresspiegel erhöht sich in der Arktisregion um etwa 1,9 Millimeter pro Jahr.
Die NOAA verweist auch auf Auswirkungen auf die Tierwelt: Die Zahl der Rentiere und Walrosse könnte künftig schwinden. Die Eisbären hätten schon jetzt immer weniger Eisflächen, von denen aus sie jagen können. Den Räubern bleibt somit auch weniger Zeit, um die unter dem Eispanzer schwimmenden Robben zu jagen - die Tiere verhungern.
Viele Gänsearten hätten dagegen ihr Verbreitungsgebiet in der Arktis ausgedehnt, da sie dort immer mehr Futter fänden. Zu beachten sei, dass auch veränderte landwirtschaftliche Praktiken und eine verringerte Jagd grossen Einfluss auf die Entwicklung hatten. Bei den Fischen gebe es noch enorme Wissenslücken, räumten die Wissenschafter ein.
