Anzeige

Ansturm auf Leuenbergers Blog

Der Blog von Bundesrat Leuenberger war am Mittwochmorgen eröffnet worden.
Donnerstag, 15. März 2007
Bern - Das Interesse an Bundesrat Moritz Leuenbergers Blog ist riesig: 14 000 Besucher wurden in den ersten 24 Stunden gezählt. Die Zahl der Kommentare wuchs bis am Nachmittag auf gut 370 an.
Die meisten Kommentatorinnen und Kommentatoren äusserten sich überrascht und erfreut darüber, dass Leuenberger unter die Blogger gegangen ist. «hallo moritz. schön,dass du einen eigenen blog hast», schreibt einer von ihnen.

Wie die meisten Kommentare geht dann auch dieser sogleich zur Sache: «zu deiner politischen ansichten kann ich dir leider nicht gratulieren. bin leider überhaupt nicht deiner meinung», heisst es da. Fast alle Einträge haben die Klimapolitik zum Thema, zu der Leuenberger auch seinen ersten Beitrag verfasst hatte.

Überraschendes Niveau

Da werden Gaskraftwerke gegen AKW abgewogen, die Vorteile der Photovoltanik gepriesen, die Abschaffung des Standby-Modus am TV empfohlen, Erfahrungen getauscht, Utopien gewälzt, gelobt und geschimpft.

«Es ist eindrücklich, auf welchen Niveau diskutiert wird», sagte Matthias Brüllmann, Sprecher des Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK auf Anfrage.

Wenig «Abfall»

Auffallend viele Einträge stammten von Auslandschweizern. Es würden derart viele Fragen aufgeworfen, dass sie Leuenberger unmöglich alle beantworten könne. Dafür werde derzeit nach einer Lösungen gesucht. Nicht bestätigt hätten sich Befürchtungen, dass viele Kommentare lediglich Unsinn enthielten oder verletzend seien.

«Es ist weniger aufwendig als befürchtet», sagte Brüllmann, der die Kommentare kontrolliert, bevor sie aufgeschaltet werden. Rund 5 Prozent seien fragwürdig gewesen. Nicht veröffentlicht worden seien aber lediglich 5 Kommentare, weil sie unflätig gewesen seien oder Werbung enthalten hatten.

Der Blog von Bundesrat Leuenberger war am Mittwochmorgen eröffnet worden. Geplant sind zwei Beiträge pro Woche. Mit dem Blog will der Medienminister nach eigenen Angaben herausfinden, ob sich so ein breiterer Austausch mit politisch Interessierten entwickeln lasse als mit dem herkömmlichen Brief- und E-Mail-Verkehr.

bert/sda