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Absage an Klimaschutz

Die USA werden jedes Papier, das dem Kyoto-Protokoll ähnele, zurückweisen, sagte George W. Bush.
Montag, 4. Juli 2005
London - US-Präsident George W. Bush hat vor zu hohen Erwartungen an den am Mittwoch beginnenden G8-Gipfel gewarnt.
Insbesondere in Fragen der Klimapolitik werde es mit den USA keine kostspieligen Kompromisse geben, die der US-Wirtschaft schadeten. Die USA würden jedes Papier, das dem Kyoto-Protokoll ähnele, zurückweisen, sagte Bush in einem Interview mit dem TV-Sender ITV. Er werde Blair trotz der engen Partnerschaft mit Grossbritannien keine Gefälligkeiten erweisen.

Der britische Premierminister Tony Blair hat das Thema Klimawandel neben Afrika zu einem der Schwerpunkte des dreitägigen Gipfels im schottischen Gleneagles erklärt. Noch am Vortag hatte der französische Staatspräsident Jacques Chirac erklärt, beim G8-Gipfel sei ein Klimaschutzabkommen in Reichweite.

Wissenschaft zwingt Politik

Die Londoner "Financial Times" zitierte ausserdem einen ranghohen Diplomaten mit den Worten, es liege ein Entwurf für eine G8-Erklärung vor, in der anerkannt werde, dass die Wissenschaft die Politik zum Eingreifen zwinge und dass "menschliches Handeln" zum Klimawandel beitrage.

Das 1997 ausgehandelte Protokoll ist Anfang des Jahres in Kraft getreten. Es verpflichtet die Teilnehmerländer zu einer deutlichen Senkung des Kohlendioxid-Ausstosses bis 2012. Von den G8-Staaten haben lediglich die USA als grösster Kohlendioxid-Produzent das Abkommen nicht unterzeichnet.

"Das Kyoto-Protokoll hätte unsere Wirtschaft zerstört, wenn ich das mal so frei sagen darf", sagte Bush weiter. Der Klimaschutz sei zwar ein wichtiges Thema. Es müssten dafür aber vielmehr neue Technologien genutzt werden. Der Gipfel der sieben führenden Industriestaaten und Russlands G8 findet von Mittwoch bis Freitag statt.

sl/sda