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... und es regnet weiter

Viele Strassen sind überschwemmt, oder nur mit Mühe passierbar.
Dienstag, 23. August 2005
Bern - In den meisten Teilen der Schweiz blieb die Hochwassersituation in der Nacht dramatisch.
Im Kanton Bern stiegen die Seespiegel weiter an, die Aare in Bern erreichte am Morgen den Maximalstand vom Vortag.

Im Matte-Quartier wurden bis am späten Abend rund 240 Personen evakuiert. Der Pegel des Thunersees stand am Morgen bei 559,05 Meter, rund 70 Zentimeter über der Schadengrenze. <ü>Mehrere Thuner Quartiere waren am Morgen ohne Strom, darunter auch die Ladenstrasse Bälliz.

Von der Umwelt abgeschnitten

In Wilderswil trat die Lütschine über die Ufer und überflutete am späten Montagabend weite Teile von Interlaken und den umliegenden Gemeinden.

Grindelwald und Lauterbrunnen sind von der Umwelt abgeschnitten. Ab Dienstagmorgen soll eine kostenpflichtige Helikopter-Luftbrücke eingerichtet werden.

Stark betroffen ist auch die Zentralschweiz: Obwohl die Niederschläge nachgelassen haben, ist die Hochwasser-Situation im Kanton Uri auch heute gravierend.

Laut den Behörden wurde die A2 wegen Schäden an einem Viadukt bei Attinghausen gesperrt. Für den Schwerverkehr gilt die Phase Rot.

Strassen unterbrochen

Der Personenwagenverkehr wird zwischen Flüelen und Erstfeld auf die Kantonsstrasse umgeleitet.

Allerdings nur bis Schattdorf: Um 5.50 Uhr musste dort auch die Kantonsstrasse gesperrt werden. Auch die Klausenpassstrasse ist schwer beschädigt worden und bleibt zu.

Im Kanton Schwyz ist Brunnen nur noch auf dem Seeweg zu erreichen, Bahnlinie und Strassen sind unterbrochen.

Auch Graubünden betroffen

Im Kanton Graubünden hat das Hochwasser zu zahlreichen Streckenunterbrüchen im Bahn- und Strassenverkehr geführt.

In Landquart und Davos traten die Flüsse über die Ufer, auch Susch und viele weitere Ortschaften waren nach Angaben der Polizei vom Hochwasser betroffen.

Vielerorts mussten Menschen aus ihren Häusern evakuiert werden. In Klosters wurden 70 Personen aus einem Altersheim in Sicherheit gebracht.

Im Kanton Aargau hat sich die Hochwasserlage bis am Dienstagmorgen stabilisiert, bleibt aber prekär. In den oberhalb des Aargau gelegenenen Einzugsgebieten der Flüsse verschärfte sich die Lage indes weiter.

Damm verstärkt

An der Reuss bei Merenschwand musste ein Damm verstärkt werden.

Die Gotthardlinie ist für mehrere Tage unterbrochen. Ebenfalls unterbrochen ist die Strecke Zürich-Chur bei Ziegelbrücke.

Hoffnung auf Entspannung der Lage macht die Wetterprognose von MeteoSchweiz: In der Deutschschweiz und in Graubünden gibt es am Vormittag noch vereinzelt Schauer, aber allmählich auch ein paar Aufhellungen.

rr/sda