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«Wilma» nimmt Kurs auf Mexiko

Hurrikan «Wilma» aus dem All betrachtet.
Donnerstag, 20. Oktober 2005
Miami - Zehntausende Touristen und Einwohner Kubas, Mexikos, Floridas und anderer gefährdeter Regionen sind vor dem heranrückenden Hurrikan «Wilma» geflohen.
Der über die Karibik hinwegfegende Tropensturm war zuvor zum mächtigsten Hurrikan angeschwollen, der jemals im Atlantik registriert wurde.

Am Abend verlor der Wirbelsturm zwar etwas an Kraft, blieb aber nach Angaben des Hurrikan-Zentrums von Miami weiter «äusserst gefährlich». Allgemein wurde damit gerechnet, dass «Wilma» am Freitag auf die mexikanische Halbinsel Yucatán trifft, bevor er am Samstag den US-Bundesstaat Florida erreicht.

Das Zentrum des Hurrikan ist etwa 435 Kilometer von der Yucatán vorgelagerten Insel Cozumel entfernt. Der Wirbelsturm erreichte immer noch Windgeschwindigkeiten von 260 Stundenkilometern.

In Mexiko ordneten die Behörden vorsorglich die Evakuierung der Hotels von Cancn auf Yucatán, der beiden vorgelagerten Inseln Mujeres und Holbox sowie der Lagune von Punta Allen rund hundert Kilometer weiter südlich an. Davon betroffen sind mehr als 30 000 Touristen.Die kubanischen Behörden riefen mehr als 230 000 Einwohner der Westküste und von Havanna auf, sich in Sicherheit zu bringen. Auch in Florida verliessen die ersten Touristen die Keys, die Inselkette an der Südspitze des US-Bundesstaats. Auf den Cayman-Inseln, in Nicaragua und Jamaika sandten die Behörden Hurrikanwarnungen aus.

Floridas Gouverneur und Präsidentenbruder Jeb Bush verbarg nicht seine Frustration angesichts der drohenden neuen Katastrophe. «Warum wir?», fragte er. «Wie kann ein Sturm eine scharfe Wende von 90 Grad vollziehen?» Florida wurde in diesem Jahr bereits von den Hurrikanen «Dennis» und «Katrina» heimgesucht.

Ausläufer zu spüren

Auch in Honduras und Jamaika kündigte sich der Sturm mit heftigen Regenfällen, Überschwemmungen und Erdrutschen an. Auf den Cayman-Inseln und in Nicaragua wurde Hurrikanwarnung ausgegeben.

Mittelamerika war erst vor knapp zwei Wochen von Hurrikan «Stan» verwüstet worden. Allein in Guatemala gab es über 2000 Tote. Dutzende Menschen starben in El Salvador, Nicaragua und Mexiko.

ht/sda