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Waadtländer Winzer verlieren 20 Millionen

Bei der Schweizerischen Hagelversicherung sind aus dem Lavaux 580 Schadenmeldungen eingegangen.
Dienstag, 6. September 2005
Rivaz - Eineinhalb Monaten nach dem Hagelsturm in der Westschweiz sind die Rebberge im Waadtländer Lavaux wieder grün.
Die Blätter haben wieder ausgeschlagen. Der Traubenertrag sinkt dennoch wie befürchtet: Der Erwerbsausfall wird auf 20 Mio. Fr. geschätzt. Von den 831 Hektaren Rebfläche im Lavaux seien 500 Hektaren in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte Gilles Cornut, Präsident des Waadtländer Weinverbandes CIVV, vor den Medien.

Insgesamt würden deshalb die Winzer im Lavaux in diesem Jahr 3 Millionen Liter Wein weniger keltern als normal, zog er eine Zwischenbilanz über die Folgen des Hagelsturms von Mitte Juli. Dies entspricht ungefähr 20 Millionen Franken Ertragsausfall. 2004 waren im Lavaux 7,7 Millionen Liter Wein produziert worden.

580 Schadenmeldungen

Bei der Schweizerischen Hagelversicherung sind aus dem Lavaux 580 Schadenmeldungen eingegangen. Die Versicherung hat 56 Experten in die Rebberge geschickt, um den Ertragsausfall und die Schäden an den Reben einzuschätzen.

Im Lavaux seien 90 Prozent der Winzer und 80 Prozent der Anbaufläche versichert gewesen, sagte Daniel Freymond, Oberexperte des CIVV. Da kein Versicherungsobligatorium bestehe, gebe es beim Versicherungsgrad der einzelnen Winzer beträchtliche Unterschiede.

Trotz der grossen Schäden erwartet die Weinbaugemeinschaft Lavaux, dass die Weinlese beinahe überall - wenn auch zwei Wochen später als normal - stattfinden wird. Dank dem Nachwachsen der Blätter dürfe man auch auf eine Ernte im nächsten Jahr hoffen. Bedingung dafür sei aber ein milder Winter, damit sich die Knospen wieder bilden können.

bert/sda