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WWF: Es geht ohne Grosskraftwerke

Die Windkraftanlage auf dem Landwirtschaftsbetrieb der Familie Aregger im Weiler Rengg in Entlebuch prodziert Strom für 250-300 Haushalte.
«Mit sieben Effizienzmassnahmen lässt sich der Stromverbrauch um 15 Prozent senken», so Fricker.
Donnerstag, 22. Februar 2007
Zürich - Der WWF ist enttäuscht über den Entscheid des Bundesrats zur zukünftigen Energiepolitik. Seiner Ansicht nach braucht die Schweiz keine neuen Grosskraftwerke, sondern eine konsequente Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien.
Der WWF begrüsst zwar die Absicht des Bundesrats, unter anderem auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu setzen, um die künftige Energieversorgung der Schweiz zu sichern. Er kritisiert jedoch, dass der Bundesrat diesbezüglich keine verbindlichen Ziele festgelegt hat. WWF-Geschäftsführer Hans-Peter Fricker befürchtet deshalb, dass der Bundesrat bei der Energieeffizienz nicht allzu weit gehen will: Sonst würde sich der Bau neuer Grosskraftwerke erübrigen.

Der WWF hat mit Zahlen belegt, dass sich der Stromverbrauch auch unter Berücksichtigung eines steigenden Lebensstandards mit sieben Effizienzmassnahmen bis 2025 um 15 Prozent reduzieren lässt. Die dann noch bestehenden Kraftwerke würden zusammen mit den im Parlament bereits beschlossene Stromproduktions-Anlagen aus erneuerbaren Energien den Bedarf von 2025 vollauf decken, so Fricker. Der WWF lehne den Bau neuer Grosskraftwerke daher ab.

Gaskraftwerke durch die Hintertür

Der Versuch des Bundesrats, den Gaskraftwerken über die Hintertür doch noch zum Durchbruch zu verhelfen, scheitert im Übrigen an der bereits geschlossenen Vereinbarung mit der Stiftung Klimarappen. Da diese Stiftung für jährlich 1,6 Millionen Tonnen CO2-Zertifikate aus dem Ausland kaufen darf, bleiben der Schweiz bis zur maximal anrechenbaren Zertifikat-Menge nur noch 0,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Ohne internationale Vereinbarungen zu missachten, hat der Bundesrat somit gar nicht die Möglichkeit, den Gaskraftwerken zu mehr Verschmutzungszertifikaten zu verhelfen - zumindest nicht vor 2013.

Nach dieser verpassten Chance im Bundesrat setzt der WWF auf ein klimapolitisch konsequenteres Parlament.

ht/pd