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WHO: Klimawandel begünstigt Krankheiten

Die Sterblichkeit im EU-Raum dürfte mit jedem Grad Erwärmung ansteigen.
Montag, 7. April 2008
Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor dramatischen Gesundheitsfolgen des Klimawandels gewarnt. Stürme, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen begünstigten die Verbreitung von Krankheiten und zerstörten Lebensgrundlagen.
Es seien die armen Länder, welche die grosse Last der Klimaprobleme tragen müssten, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan zum 60. Jahrestag der UNO-Organisation. Als konkretes Beispiel nannte sie die jüngsten Überschwemmungen in Angola, die zu einer Ausbreitung der Cholera geführt hatten.

Als die Organisation 1948 gegründet worden sei, habe ihre Hauptaufgabe darin bestanden, eine ganz elementare Gesundheitsversorung in einer vom Krieg zerstörten Welt wiederherzustellen, erinnerte Chan. Diese Herausforderungen hätten sich bis heute «tiefgreifend verändert».

Im Jubiläumsjahr will sich die WHO schwergewichtig um die Probleme des Klimawandels kümmern. So sollen die Alarmierungssysteme verbessert und die Dienste für die grundlegende Gesundheitsversorgung gestärkt werden.

70'000 Tote in Europa

Die Erderwärmung ist der WHO zufolge jährlich mehr oder weniger direkt für 150'000 Todesfälle und fünf Millionen Kranheitsfälle weltweit verantwortlich.

Auch Europa zahle einen Preis für die Klimaveränderung, unterstrich die WHO und erinnerte an den Hitzesommer 2003, der europaweit zum Tod von 70'000 Menschen geführt habe. In Zukunft dürfte die Sterblichkeit im EU-Raum mit jedem Grad Erwärmung um 1 bis 4 Prozent steigen, schätzt die WHO.

ht/sda