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Vorerst kein deutscher Atommüll für Russland

Die Castor-Behälter bleiben im Zwischenlager Ahaus.
Montag, 6. Dezember 2010
Berlin - Aus Deutschland wird vorerst kein Atommüll-Transport nach Russland rollen. Umweltminister Norbert Röttgen lehnte am Montag eine Genehmigung für die geplanten Castor-Transporte aus dem nordrhein-westfälischen Zwischenlager Ahaus zur russischen Wiederaufarbeitungsanlage Majak ab.

Er begründete dies damit, ihm fehle die «positive Überzeugung», dass die vorgeschriebene schadlose Verwertung des Atommülls gewährleistet sei. Die Atomanlage im Majak sei gegenwärtig nicht in Betrieb. Daher könne er auch nicht deren Sicherheit beurteilen.

Transport im September genehmigt

In bis zu 18 Castor-Behältern sollten 951 Brennelemente, die aus dem stillgelegten sächsischen Forschungsreaktor Rossendorf stammen, nach Russland gebracht werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte den Transport im September genehmigt. Die Ausfuhrgenehmigung stand aber noch aus.

Die Brennelemente waren aus der Sowjetunion in die damalige DDR geliefert worden. Russland verpflichtete sich zur Rücknahme. Die Brennstäbe werden im zentralen Zwischenlager Ahaus gelagert. «Sie bleiben dort», sagte eine Sprecherin Röttgens.

Kein endgültiges Aus

Ein endgültiges Aus bedeutet Röttgens Nein nicht. Wenn sich der Sachverhalt ändere, könne der Transport erneut beantragt werden, sagte er in Bonn. Auch andere EU-Staaten liefern Brennelemente aus Forschungsreaktoren zurück nach Russland.

Majak nahe der russisch-kasachischen Grenze war lange ein Zentrum der sowjetischen Plutonium-Industrie und Atomwaffen-Herstellung. Seit einem schweren Unfall 1957 ist das Gebiet stark radioaktiv verseucht. Deshalb warnen deutsche und russische Umweltschützer vor dem Transport.

 

fest/sda