Die Umweltschutzverwaltung habe nach Bekanntwerden der Verschmutzung dem Vorfall nicht die nötige Aufmerksamkeit gewidmet und die «möglichen ernsten Folgen» unterschätzt, zitierte der staatliche Fernsehsender China Central Television aus einem Dokument des Staatsrats, der chinesischen Zentralregierung.
Neuer Mann: Zhou Shengxian
Die Behörde müsse die Verantwortung für die entstandenen Schäden übernehmen, hiess es weiter. Zum Nachfolger Xies als Umweltminister wurde nach SEPA-Angaben Zhou Shengxian ernannt, der bislang die Staatliche Forstverwaltung leitete. Die SEPA ist eine Behörde im Rang eines Ministeriums.
Nach der Explosion einer Chemiefabrik in Jilin am 13. November waren rund hundert Tonnen Benzol in den Fluss Songhua gelangt.
Kritik vom Vorgänger
Erst kürzlich hatte Vize-Umweltminister Wang Yuqing auf der Ministeriums-Website den Behörden in Jilin Versagen vorgeworfen. Diese hätten den Fall unmittelbar der staatlichen Umweltbehörde melden müssen. Durch die Verzögerung seien schnelle Gegenmassnahmen verhindert worden.
Das «blinde Fortschrittstreben» mancher Regionen gefährde die Massnahmen zum Umweltschutz, kritisierte Wang. Die örtlichen Behörden hatten den Austritt des giftigen Benzols erst zehn Tage nach dem Vorfall gemeldet. Laut Wang wird derzeit noch untersucht, wer die Vertuschung anordnete.
