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USA wollen umstrittene Klimakonferenz im Herbst

Kritiker werfen Bush vor, er wolle mit seiner Initiative den UNO-Klimaschutzprozess unterlaufen.
Freitag, 3. August 2007
Washington - Eine von US-Präsident George W. Bush angekündigte Konferenz zum Kampf gegen den Klimawandel soll Ende September stattfinden. Ein Mitarbeiter der US-Regierung nannte den 27. und 28. September als Termin für das umstrittene Treffen.
Die US-Regierung erklärte, Ziel der Konferenz sei ein Abkommen bis Ende 2008, mit dem eine langfristige Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase erreicht werden soll.

Die USA wollten mit anderen wichtigen Wirtschaftsnationen auf einen gemeinsamen Rahmen zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase hinarbeiten, hiess es in der Einladung.

Ein ranghoher Regierungsmitarbeiter sagte indes, die US-Führung widersetze sich weiterhin verbindlichen Obergrenzen für den Ausstoss von Emissionen, wie sie das Kyoto-Protokoll der UNO vorsieht. Kritiker werfen Bush vor, er wolle mit seiner Initiative den UNO-Klimaschutzprozess unterlaufen.

Notwendigkeit gemeinsamer Klimaschutzziele

Der US-Präsident hatte sich Ende Mai erstmals zur Notwendigkeit gemeinsamer Klimaschutzziele bekannt. Zugleich kündigte Bush an, die 15 grössten Treibhausgas-Verursacher zu Konferenzen ausserhalb des UN-Rahmens in die USA einzuladen.

Den Einladungsbrief vom Freitag erhalten China, Indien, Brasilien, Japan, Kanada, Südkorea, Mexiko, Russland, Australien, Indonesien und Südafrika. Der EU-Delegation sollten nach US-Angaben Vertreter Frankreichs, Deutschlands, Italiens und Grossbritanniens angehören.

Schwächung des Kyoto-Prozesses

Europa befürchtet indes durch die Initiative eine Schwächung des Kyoto-Prozesses. Das Protokoll läuft 2012 aus, derzeit wird an einem neuen globalen Klimaschutzabkommen gearbeitet.

Die Regierungschefs der sieben grössten Industrieländer und Russlands G-8 hatten sich in Heiligendamm geeinigt, bis 2009 ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll auszuhandeln, und zwar unter dem Dach der UNO.

smw/sda